Die katholische Kirche in Belgien zieht Bilanz

<p>Höhepunkt des Kirchenjahres: Erzbischof Luc Terlinden (l.) und Papst Franziskus im September in Brüssel.</p>
Höhepunkt des Kirchenjahres: Erzbischof Luc Terlinden (l.) und Papst Franziskus im September in Brüssel. | Foto: belga

Die katholische Kirche in Belgien hat am Mittwoch ihren siebten Jahresbericht veröffentlicht.

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Kommentare

  • Woran nur erinnert diese geschönte Darstellung der Situation der katholischen Kirche? An in diesen Zeiten omnipräsenter Propaganda, die mit der Realität nur wenig zu tun hat.

    Die katholische Kirche in Belgien steht vor einem Scherbenhaufen und ihr fehlt der Leim und die Anleitung, ein inhaltsleeres Gefäß wieder zu kitten.
    Denn nicht erwähnt wird der stetige und dramatische Rückgang praktizierender Katholiken in unserem Land (in den vergangenen 60 Jahren sank deren Zahl von 45% auf… weniger als 2% der Bevölkerung) hin zur gesellschaftlichen Bedeutungslosigkeit. Mittlerweile - und dies ist die wirklich schlechte Nachricht - gibt es doppelt so viele praktizierende Muslime.

    Der Papstbesuch hat 2/3 der belgischen Bevölkerung gleichgültig gelassen und in Flandern standen gar 18% der Bevölkerung diesem Besuch ablehnend gegenüber.
    Mit seinen reaktionären und deplatzierten Äußerung zur Rolle der Frau in Kirche und Gesellschaft und zur Abtreibungspolitik (Ärzte sind Auftragskiller) hat dieser Papst den Katholiken und der Kirche einen Bärendienst erwiesen. Zahlreiche Anträge, aus dem Taufregister gestrichen zu werden, waren die Folge.

    Auch politische Parteien, die sich am großen C in ihrem Namen klammern, verlieren stetig an Zuspruch. Und wenn sie - wie in Eupen - erneut Mehrheitsverantwortung übernehmen, dann u.a. “dank” eines diffamierenden Wahlkampfes, der von christlichen Werten so weit entfernt war, wie die Bibel von der Wahrheit.

    Trotz klammer Kassen und der “Notwendigkeit”, seinen LehrerInnen und Angestellten einen Teil des… Weihnachtsgeldes (offiziell Jahresendprämie) zu streichen, übernimmt die DG die Infrastrukturen der katholischen Schulen. Dies ohne jegliche Auflagen oder Zugeständnisse.
    Auf die Frage, ob es nicht an der Zeit wäre, den nach Konfessionen getrennten Bekenntnis-Religionsunterricht an den Gemeinschaftsschulen zu reformieren, hin zu einem den Zusammenhalt und das gegenseitige Verständnis fördernden gemeinsamen (!) Weltanschauungs- und Philosophieunterricht (mit Religionskunde als Bestandteil), gibt es bisher fast nur politisches Achselzucken und machtstrategisches Wegducken.
    Folge eines “geschlossenen” katholischen Unterrichtswesens und der Religionspluralität an den Gemeinschaftsschulen, sind Segregationverhältnisse auf der einen und eine Schullandschaft auf der anderen Seite, die mit gesellschaftlichen Realitäten kaum noch etwas gemein hat.
    Von schulinternen-organisatorischen Problemen und der Frage der Kontrolle der religiösen Lehrinhalte ganz zu schweigen.

    All dies stört die politisch Verantwortlichen (mit Ausnahme der ehemaligen PFF-Ministerin Isabelle Weykmans) in der DG offensichtlich nicht.
    Weil dies so ist und weil die DG mit dem Bürgerrat ein Gremium geschaffen hat, Handlungsvorschläge in gesellschaftspolitischen Fragen auszuarbeiten und den politisch Verantwortlichen zu unterbreiten, wäre dies m.E. ein passendes zu beackerndes Tätigkeitsfeld.

    https://www.buergerdialog.be/abstimmen/abstimmungsformular

    (Vorschlag Nr. 7)

  • In der Tat, Dieter, in der Schule sollte Wissen, kritisches Denken und Freiheit vermittelt werden und nicht Fake News (=Religionen).

    Von 114 Seiten "Jahresbericht", also Religionspropaganda vom Feinsten, befassen sich sage und schreibe 4 mit den Missbrauchsverbrechen der "Kirche".

    Da kommt auch die Frage auf: Warum veröffentlicht "der Islam" in Belgien eigentlich keinen Jahresbericht? Zu viel des Horrors?

    Eigentlich weckte das 21. Jahrhundert die Hoffnung auf ein Ende dieses christlichen, muslimischen und allgemein religiösen Schwachsinns und eine Rückkehr zu Vernunft und Verstand; der Aufstieg reaktionärer Kräfte in den extremen Lagern unserer Gesellschaft und Politik dämpft allerdings dieses schimmernde Licht, nach dem sich alle in unseren dunklen Zeiten sehnen.

    Es ist längst überfällig, vor allem auf Seiten der leitenden Kräfte unserer Demokratie, die Dinge beim Namen zu nennen und Religionen an ihren Platz zu verweisen: Ins stille Kämmerlein. Aber auch da birgt dieser Affront zum Intellekt, der die Religionen sind, die Gefahr, durch Indoktrinierung schlafende Zeitbomben zu züchten, die unser Zusammenleben zu bedrohen.

    Sapere aude

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