Die Fußball-Weltmeisterschaft 2034 findet in Saudi-Arabien statt

<p>Saudi-arabische Fans feiern nach dem Sieg Saudi-Arabiens bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in der Gruppe C zwischen Argentinien und Saudi-Arabien im Lusail-Stadion.</p>
Saudi-arabische Fans feiern nach dem Sieg Saudi-Arabiens bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 in der Gruppe C zwischen Argentinien und Saudi-Arabien im Lusail-Stadion. | Foto: Luca Bruno/AP/dpa

Die Endrunde im Jahr 2030 wird in Spanien, Portugal und Marokko sowie Uruguay, Argentinien und Paraguay ausgetragen. Auch dafür gaben die Mitgliedsverbände grünes Licht. In beiden Fällen gab es keine Gegenkandidaten.

Die umstrittene Doppelvergabe per zustimmendem Applaus statt einer getrennten Abstimmung galt als Formsache. Der belgische Fußballverband hatte sich im Vorfeld der Abstimmung mit Glückwünschen zu Wort gemeldet. Man wolle den beteiligten Verbänden zu „ihrer Kandidatur sowie dem dazugehörigen ehrgeizigen und umfangreichen Dossier gratulieren und ihnen für ihren Einsatz und ihr Engagement danken“, hieß es aus Tubize. Es verstehe sich von selbst, dass der Verband hoffe, dass sich die Roten Teufel für beide Turniere qualifizieren. „Zudem hoffen wir, dass eine Teilnahme – wie bei jedem anderen Spiel und Turnier – auf eine gesellschaftlich verantwortungsvolle und respektvolle Weise erfolgen wird.“ Bedenken in Zusammenhang mit der WM-Vergabe an Saudi-Arabien seien nachvollziehbar. Der Verband erklärte jedoch: „Wir verstehen die Bedenken hinsichtlich der Menschenrechtslage und der Arbeitsbedingungen (...). Aber eine WM ist mehr als nur ein Sportereignis; sie kann ein wichtiger Katalysator für gesellschaftliche Veränderungen sein.“ Die WM in Katar habe gezeigt, dass Dialog und Zusammenarbeit die besten Wege seien, um positive Entwicklungen anzustoßen. „Der Verband vertraut auf die Versprechen und Ambitionen, die die Organisatoren beider Weltmeisterschaften in ihren Bewerbungen dargelegt haben (...). Darüber hinaus hofft er, dass auch die Regierungen die Kraft des Fußballs nutzen, um dauerhafte positive Veränderungen zu erreichen.“ Auch andere europäische Verbände, die etwa 2022 in der „One Love“-Thematik involviert waren, verhalten sich inzwischen weitgehend ruhig und folgen der Linie der FIFA.

Die Menschenrechtslage in Saudi-Arabien gilt als prekär. Erst kürzlich erhob Human Rights Watch schwere Vorwürfe. Dabei geht es um Zwangsarbeit, grassierenden Lohndiebstahl oder unzureichenden Schutz vor extremer Hitze. Auch nicht untersuchte Todesfälle von Arbeitern werden dokumentiert. Die Situation in dem Land, das den Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi im Jahr 2018 beauftragt haben soll, wird teilweise noch kritischer als vor der WM 2022 in Katar beschrieben.

Mit Blick auf die FIFA werfen Kritiker dem Verband unter Präsident Gianni Infantino vor, dass er den großen Geldgebern hörig ist. In diesem Kontext wird auch Infantinos Präferenz für Saudi-Arabien gesehen. (calü/mn/sid)

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