Der 36-jährige Hyundai-Pilot aus St.Vith, der mit 25 Punkten Vorsprung auf seinen Teamkollegen Ott Tänak in die letzte Rallye des Jahres gestartet war, kämpft seit Freitag mit hartnäckigen Motorproblemen. Diese technischen Schwierigkeiten haben ihn im Gesamtklassement auf einen Rückstand von über sieben Minuten hinter Tänak zurückgeworfen.
Nach einem soliden Start und einem dritten Platz in der ersten Tageshälfte traten die Motorprobleme erstmals nach der vierten Wertungsprüfung auf. „Das Auto hatte plötzlich keinen Antrieb mehr. Wir wissen nicht, woran es liegt“, erklärte der Ostbelgier. Zu allem Überfluss war aufgrund der Regularien keine technische Unterstützung durch das Team erlaubt. Neuville und sein Beifahrer Martijn Wydaeghe mussten das Problem selbst zu lösen versuchen, konnten jedoch keine genaue Ursache feststellen. „Wir wussten nur, dass es kein mechanisches Problem war“, erklärte Neuville. Die restlichen fünf Prüfungen des Tages musste er mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit absolvieren. „Es war ein harter Tag. Am Morgen fühlte sich das Auto gut an, ich war zuversichtlich. Das ist das einzige Positive, das ich mitnehmen kann“, so der Belgier.
Am Ende des zweiten Tages betrug sein Rückstand auf Tänak 7 Minuten und 41 Sekunden. Für Neuville bedeutet dies, dass er am Samstag, an dem sieben weitere WPs anstehen, dringend Punkte sammeln muss, um seinen Vorsprung in der Meisterschaft zu verteidigen. Obwohl er nur sechs Punkte benötigt, um seinen ersten Weltmeistertitel zu sichern, erschweren die aktuellen technischen Probleme dieses Unterfangen erheblich.
Tänak auf Titelkurs – aber Neuville bleibt im Rennen
Tänak hat sich eine glänzende Ausgangsposition verschafft: Um Weltmeister zu werden, benötigt der Este bis Samstagabend 18 Punkte und muss am Sonntag sowohl das Tagesklassement als auch die Powerstage gewinnen, was ihm zusätzliche 12 Punkte einbringen würde. Voraussetzung für seinen Triumph ist jedoch, dass Neuville weniger als sechs Punkte holt.
Doch auch Neuville hat noch Chancen auf den Titel. Aktuell liegt er 1:43,6 Minuten hinter dem zehnten Platz, der erste WM-Punkte einbringt, und 2:44,2 Minuten hinter dem achten Platz. Es bleiben noch 104 Kilometer Wertungsprüfungen am Samstag – genug, um Boden gutzumachen. Ein Comeback ist jedoch nur möglich, wenn das technische Problem an seinem Hyundai behoben wird und das Fahrzeug wieder wettbewerbsfähig ist.
Am Sonntag, dem Schlusstag der Rallye, stehen vier weitere WPs auf dem Programm, darunter die entscheidende Power Stage, in der zusätzliche Punkte für die fünf schnellsten Fahrer vergeben werden. Neuville, der bereits fünfmal Vizeweltmeister wurde (2013, 2016, 2017, 2018, 2019), hat die historische Chance, als erster Belgier den Weltmeistertitel im Rallyesport zu erringen.
Das aktuelle Gesamtklassement (nach WP9):
1. Tänak
2. Evans +20.9
3. Fourmaux +1:53.9
4. Katsuta + 1:54.0
5. Ogier + 2:15.6
...
15. Neuville + 7:41.3
Der Zeitplan der verbleibenden Wertungsprüfungen (Belgische Zeit)
Samstag, 25. November
WP10: Mt. Kasagi 1 (16,47 km): 0:05 Uhr
WP11: Nenoue Kougen 1 (11,6 km): 1:03 Uhr
WP12: Ena 1 (22,79 km): 2:16 Uhr
WP13: Mt. Kasagi 2 (16,47 km): 5:05 Uhr
WP14: Nenoue Kougen 2 (11,6 km): 6:08 Uhr
WP15: Ena 2 (22,79 km): 7:16 Uhr
WP16: Toyota Stadium SSS2 (2,15 km): 11:05 Uhr
WP17: Nukata 1 (20,23 km): 23:39 Uhr
Sonntag, 26. November
WP18: Lake Mikawako 1 (13,98 km): 0:35 Uhr
WP19: Nukata 2 (20,23 km): 1:38 Uhr
WP20: Toyota Stadium SSS3 (2,15 km): 4:17 Uhr
WP21: Lake Mikawako 2 (Wolf Power Stage, 13,98 km): 6:15 Uhr

Kommentare
Hm… laut GE-Berichterstattung der letzten Wochen war ihm der Titel doch zu 99% sicher!
“To finish first, you have to finish first”
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