Evenepoel gewinnt erneut „Kristallen Fiets“ – Lefevere nimmt Auszeichnung entgegen

<p>Patrick Lefevere (rechts) holte das „Kristallen Fiets“ für den kranken Remco Evenepoel ab.</p>
Patrick Lefevere (rechts) holte das „Kristallen Fiets“ für den kranken Remco Evenepoel ab. | Foto: belga

Der 24-jährige Brabanter hatte der Organisation mitgeteilt, dass er gerne dabei gewesen wäre, doch nach einer langen und anstrengenden Saison hat ihn eine Erkrankung ereilt. Lefevere nutzte die Gelegenheit, um Evenepoels Saison 2024 nochmals zu analysieren.

„Es ist nicht vielen Fahrern gegeben, viermal im Jahr auf den Punkt topfit zu sein und sich immer wieder zu motivieren – und das bei der ganzen Verantwortung, die auf seinen Schultern lastet“, erklärte Lefevere. „Remco geht sehr gut mit dem Druck um, aber manchmal ist der Tank eben leer. Und das ist auch in Ordnung. Er ist noch so jung. Nach der WM in Zürich war er schon etwas erschöpft, aber er hat sich trotzdem bis zur Lombardei-Rundfahrt durchgebissen. Und dort wurde er dann auch noch Zweiter, als Bester des restlichen Pelotons hinter einem überragenden Tadej Pogacar.“

<p>Remco Evenepoel in Aktion</p>
Remco Evenepoel in Aktion | Foto: Photo News

Lefevere fügte hinzu, dass es eine lange und sehr ermüdende Saison gewesen sei. „Er ist im Frühjahr schwer im Baskenland gestürzt. Das wird kaum noch erwähnt, aber ich verstehe das, jeder Fahrer hat seinen eigenen Leidensweg. Als Team haben wir versucht, ihn bestmöglich zu unterstützen. Was mir von dieser Saison am meisten in Erinnerung bleiben wird? Ganz klar die beiden olympischen Titel. Die sind für die Ewigkeit.“

„Kristallen Fiets“ Nummer fünf für Lotte Kopecky: „Es war ein wunderschönes Jahr“

Auch Lotte Kopecky wurde am Dienstag zum fünften Mal in Folge zur Radsportlerin des Jahres beim Gala des „Kristallen Fiets“ gekürt. Die Weltmeisterin konnte jedoch genau wie Evenepoel nicht persönlich an der Preisverleihung teilnehmen, da sie am Mittwoch beim Bahnrad-WM in Ballerup, Dänemark, startet.

Ihre Teamkolleginnen vom Team SD Worx-Protime überraschten Kopecky bereits früher am Tag mit der Auszeichnung bei einem Team-Event. „Es war wieder ein fantastisches Jahr“, strahlte sie in einer Videobotschaft. „Und es ist wie im Flug vergangen. Es fällt mir schwer, einen besonderen Moment hervorzuheben, aber die Titelverteidigung bei der Weltmeisterschaft und der Sieg bei Paris-Roubaix im Regenbogentrikot stechen schon heraus.“

<p>Lotte Kopecky</p>
Lotte Kopecky | Foto: Photo News

Auch für die Zukunft bleibt Kopecky ehrgeizig und will sich verstärkt auf die großen Rundfahrten konzentrieren. In diesem Jahr belegte sie den zweiten Platz bei der Giro Donne, im letzten Jahr ebenfalls Rang zwei bei der Tour de France Femmes. „Das sind zwei sehr schöne Ergebnisse, und das ohne gezielte Vorbereitung“, sagte Kopecky. „Ich bin auf vielen Terrains stark. Mal sehen, wie weit ich in Zukunft komme. Natürlich hängen meine Chancen auch von den Streckenprofilen der Rundfahrten ab. Außerdem sind die Amstel Gold Race und Lüttich-Bastogne-Lüttich zwei große Klassiker, die ich unbedingt noch gewinnen möchte.“

Das Saisonende ist für Kopecky jedoch noch nicht in Sicht. Am Donnerstag startet sie bei der Bahnrad-WM im Ausscheidungsfahren und am Sonntag im Punktefahren. „Es fällt mir einfach schwer, darauf zu verzichten“, gestand sie lachend. „Aber es macht auch keinen großen Unterschied mehr. Wenn es schiefgeht, dann war es eben ein Wettkampf zu viel. Doch mein Jahr kann nichts mehr verderben. Ich werde es noch einmal versuchen, und danach ist es Zeit für eine Pause, um mich körperlich und mental zu erholen.“ (belga/calü)

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