Der Wolf im Hohen Venn

Der Wolf im Hohen Venn

Am Aschermittwoch war alles vorbei: Jubel, Trubel, Heiterkeit. Halt, vor den Sahnehering hatten die Götter und die Speckröllchen, die mir das Fasten abverlangten, noch ein kühles, letztes Bier gesetzt. Ein lokales, versteht sich.

Dies wollte ich in aller Ruhe an einem trockenen Plätzchen im Hohen Venn genießen und schlug daher alle Warnungen in den doch heftigen Wind der damaligen Tage:

„Ins Venn? Da ist doch der Wolf unterwegs!“, rief mir ein besorgter Freund zu.

Ich rechnete ihm vor: Ein einziger Wolf auf 600 Quadratkilometern zwischen Malmedy und dem Pissevenn bei Raeren. Die Chance, dort auf den einsamen Isegrim zu stoßen, war etwa genau so groß, wie am Karsamstag von einer Glocke erschlagen zu werden, die auf dem Rückflug vom Brei-Essen und Kaffeetrinken mit dem Papst abstürzen könnte. Also machte ich mich Richtung Hohes Venn auf die Socken und hatte schon bald ein ruhiges Örtchen erwischt, wo weit und breit kein rotbesockter Venn-Verkleideter drohte. Nach einem ersten Schluck des heimischen Gebräus stand er plötzlich vor mir: der Wolf!!

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