Aus CSP wird CSP-Les Engagés. „Da die Hälfte der Personalausweise in Kelmis in französischer Sprache ausgestellt wird, ist es unserer Meinung nach nur richtig, auch die frankofonen Kelmiser mit ins Boot zu holen“, erklärt der amtierende Kelmiser Bürgermeister und Spitzenkandidat der CSP-Les Engagés, Luc Frank.
Neben der Vorstellung der Kandidaten standen am Mittwochabend auch zentrale Programmpunkte im Fokus. Zunächst lobte Luc Frank die Arbeit der vergangenen sechs Jahre unter seiner Führung. „Wir haben die letzten sechs Jahre genutzt, um anzupacken. Jetzt wollen wir weitermachen und unsere Gemeinde weiterentwickeln. Unser Ziel ist es, die Wahl zu gewinnen und die Erfahrungen der letzten Jahre zu nutzen, um begonnene Projekte abzuschließen und den eingeschlagenen Weg fortzuführen“, so Luc Frank. In Gesprächen mit den Bürgern seien immer wieder bestimmte Themen angesprochen worden, die nun angegangen werden sollen.
Auch die Einrichtung einer koordinierten Bürgerwehr steht im Programm.
Ein zentrales Anliegen der Kelmiser sei das fehlende Sicherheitsgefühl in der Göhlgemeinde. Die CSP-Les Engagés plant, die Zahl der Revierbeamten von drei auf sechs zu verdoppeln, das Ordnungsamt zu stärken, neue Überwachungskameras zu installieren und die nächtliche Straßenbeleuchtung wieder einzuschalten, „wenn die Mehrheit der Bürger dies wünscht“, so Frank.
Zudem steht die Einrichtung einer koordinierten Bürgerwehr auf der Agenda. „Kelmis soll natürlich nicht zum Wilden Westen werden“, betont Frank auf Nachfrage des GrenzEchos. „Es geht vielmehr darum, dass sich die Bürger untereinander vernetzen und kommunizieren. Wenn Einbrecher wissen, dass in einer Straße Nachbarn aufeinander achten, überlegen sie es sich zweimal, bevor sie zuschlagen.“
Ein weiterer Schwerpunkt der CSP-Les Engagés ist die Förderung einer „solidarischen und gerechten Gemeinde“. „Wir dürfen nicht hinnehmen, dass Menschen sich auf Kosten des Staates oder der Gemeinde zurücklehnen. Wir wollen sie dazu befähigen, eigenverantwortlich ihr Leben zu gestalten“, erklärt der Kelmiser Bürgermeister.
Besonders die gestiegenen Zuschüsse der Gemeinde an das Öffentliche Sozialhilfezentrum (ÖSHZ), die sich in einem Jahr von 1,2 Millionen Euro auf 2,4 Millionen Euro verdoppelt haben, würden die Gemeindefinanzen stark belasten. „Ohne diese Verdopplung hätten wir kein Defizit von 600.000 Euro, sondern einen Überschuss in gleicher Höhe“, betont Luc Frank. Die CSP-Les Engagés fordert daher unter anderem eine Anpassung der Sozialhilfe, die Prüfung eines Aufnahmestopps für neue Bedürftige sowie strengere Kontrollen gegen Sozialmissbrauch.
Ein „Marshallplan“ für die Gemeinde steht ebenfalls im Programm der CSP. Dieser beinhaltet unter anderem eine Kosten-Nutzen-Analyse der Gemeindedienste, die Schaffung weiterer Synergien zur Kosteneinsparung sowie verstärkte Kontrollen bei Fahrzeugzulassungen.
Mit dem neuen System „OpenBudget“ soll zudem jedem Bürger der einfache Zugang zu den Finanzen der Gemeinde ermöglicht werden. Gegen die Vorwürfe, Kelmis sei finanziell am Ende, wehrt sich Luc Frank entschieden: „Unsere Gemeinde besitzt ein Vermögen von 57 Millionen Euro und hat Schulden in Höhe von 15 Millionen Euro. Wie kann man da von Pleite sprechen?“
Das Durchschnittsalter der Kandidaten beträgt 52 Jahre. Ausreißer ist hier vor allem Damir Lübcke, der mit seinen 18 Jahren ein unbeschriebenes Blatt ist und auf Listenplatz fünf in den Wahlkampf geht. „Ich habe mich schon in der Schule immer gerne mit Politik und Geschichte befasst. Als ich dann die Chance erhalten habe, für die CSP-Les Engagés zu kandidieren, habe ich sofort zugeschlagen. Ich fühle mich geehrt, dass mir im meinem jungen Alter schon so viel Veranwortung zukommt“, erklärt der Student auf Nachfrage des GrenzEcho.
Auch die Ratsmitglieder Gilbert Klinkenberg (Platz sechs), Alain Schmets (Platz elf), Willy Thissen (Platz zwölf) und Bruno Krickel (Platz 14) stehen am 13. Oktober wieder zur Wahl. Die Schöffen der Gemeinde Kelmis, Iris Lampertz und Mirko Braem, starten auf Platz zwei und drei. Umweltschöffe der Gemeinde Kelmis und PDG-Abgeordneter Marcel Henn geht als Listendrücker ins Rennen.
Auch wenn die Kelmiser Mehrheit sich in den letzten Wochen und Monaten sehr harmonisch zeigte, bedeute dies nicht, dass man um jeden Preis an der aktuellen Mehrheit festhalten wolle. „Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit der Mehrheit, und möchte unserem Koalitionspartner, der SP, hier auch explizit meinen Dank aussprechen. Wir waren sechs Jahre ‘verheiratet’, ob die Ehe auch in Zukunft anhält, entscheidet im Endeffekt nur der Bürger an der Wahlurne“, betont der amtierende Bürgermeister.
Trotz seiner neuen Aufgabe als Abgeordneter in der föderalen Kammer sei Luc Frank „mit Herzblut und voller Energie bei der Gemeinde Kelmis“, wie er auf Nachfrage sagt. „Ich war immer jemand, der gerne und viel arbeitet. Mit einer guten Organisation sind die beiden Mandate absolut vereinbar. Außerdem ist es doch auch von Vorteil, so gut vernetzt zu sein.“

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