Union will in Lontzen zurück in die Mehrheit

<p>Mit dieser Mannschaft tritt die Liste Union am 13. Oktober bei den Kommunalwahlen in Lontzen an.</p>
Mit dieser Mannschaft tritt die Liste Union am 13. Oktober bei den Kommunalwahlen in Lontzen an. | Foto: Martin Klever

Politik kann ein schweißtreibendes Geschäft sein: Davon konnten sich am Sonntagnachmittag schon mal all jene Kandidaten überzeugen, die im Herbst zum ersten Mal ihren Hut in den kommunalpolitischen Ring werfen. Sieben Newcomer sind auf der Union-Liste zu finden – sie wurden im Dorfhaus Lontzen gemeinsam mit ihren bereits etwas erfahreneren Mitstreitern der Öffentlichkeit präsentiert. Bei Kaffee und Kuchen – und eben auch bei rund 30 Grad im Schatten.

Ins Schwitzen kommen soll nach den Vorstellungen der aktuellen Oppositionskraft am 13. Oktober jedoch auch die politische Konkurrenz. Denn anders als 2018, als Union mit sieben Sitzen im Gemeinderat zwar die stärkste politische Fraktion in Lontzen blieb, aber dennoch kräftige Stimmeneinbußen von rund zehn Prozent hinnehmen musste, wollen die Christlich-Sozialen künftig wieder den Weg zurück auf die Mehrheitsbank finden. In welcher Konstellation das geschehen soll, darauf will man sich im Vorfeld nicht festlegen. „Wir schließen nichts kategorisch aus. Wir werden mit den anderen Listen Gespräche führen und dann schauen, welche Schnittmengen sich ergeben“, erklärte Spitzenkandidat Roger Franssen dem GrenzEcho. Sieben Sitze hat Union aktuell inne, künftig dürfen es ruhig einige mehr sein, gibt sich der 63-Jährige zuversichtlich: „Ob acht oder neun, das werden wir sehen. Wir haben das passende Team, um die richtigen Antworten auf die Fragen der Bürger zu geben.“

Denn wenngleich Roger Franssen bei der Listenvorstellung als Spitzenkandidat passenderweise die Nummer eins auf dem Rücken trug, so ist ihm wichtig, den angestrebten politischen Wechsel in der Lontzener Kommunalpolitik nicht in einer One-Man-Show, sondern gemeinsam als Team zu erreichen. „Es geht nicht um das jetzige Gemeindeoberhaupt oder um seinen Herausforderer“, betonte der Jurist – und wollte damit wohl deutlich machen, dass das Duell zwischen ihm und Bürgermeister Patrick Thevissen (Energie), wie es in der nun bald ausklingenden Legislaturperiode im Gemeinderat nur allzu häufig zu „bestaunen“ war, nicht wahlentscheidend sein sollte. Und doch wird es am 13. Oktober wohl auf genau jenen Wettstreit hinauslaufen.

Mit welcher Mannschaft dem Juristen der angestrebte politische Wechsel im Gemeindehaus gelingen soll, ist seit Sonntag klar. Bis auf Lukas Moutschen und die ehemalige Schöffin Sandra Houben-Meesen treten aufseiten von Union alle aktuellen Gemeinderatsmandatare erneut an. So ist Vanessa Schmitz auf Listenplatz zwei zu finden, dahinter direkt auf Rang drei Etienne Simar. Als Listendrückerin fungiert derweil die in Lontzen bestens bekannte Titi Malmendier-Ohn.

„Unsere Kandidaten stehen für Transparenz, Bürgernähe, Respekt und Ehrlichkeit“, rührte Roger Franssen die Werbetrommel für seine Mannschaft. Zudem machte er deutlich, mit welchen Inhalten seine Liste beim anstehenden Urnengang bei den Bürgern punkten möchte. Da wäre zunächst der Mensch als solcher. Man wolle eine Kultur des Respekts fördern, so der Spitzenkandidat: Respekt gegenüber den Bürgern, aber auch gegenüber den Gemeindemitarbeitern, Vereinen, Ehrenamtlichen und Gewählten. „Wir werden jede Anfrage, Mitteilung und Bitte ernst nehmen. Kein Schreiben wird unbeantwortet bleiben“, versprach er. Zweiter Punkt: die Infrastruktur. Diese sei in den vergangenen Jahren vernachlässigt bzw. es sei zu wenig in sie investiert worden. „Wir werden nicht alles sofort machen können. Wir werden aber sofort für sichere Bürgersteige und Straßenmarkierungen, für gepflegte Grünanlagen und für korrekte Spielplätze sorgen“, kündigte er im Falle einer künftigen Mehrheitsbeteiligung an. Und: „Wir werden die wichtigsten Baustellen umsetzen – und das ohne eine Steuererhöhung“. Der dritte Schwerpunkt, Dienstleistungen, fiel dann etwas vager aus. „In jeder Gemeinde haben die Bürger, Familien, Kinder, Senioren und Vereine Anrecht auf gute Dienstleistungen. Das wird eine Priorität für uns sein“, lautete ein weiteres Wahlversprechen. Man wolle schließlich eine Gemeinde bleiben, „in der es sich gut leben lässt“. Ob die Lontzener der Union die Chance dazu geben werden, sie an ihren Versprechen zu messen, wird sich in wenigen Wochen zeigen. Für Roger Franssen steht fest, dass in Zukunft kein Weg an seiner Liste vorbeiführen darf. Deshalb lautete der Appell des Listenführers wenig missverständlich: „Zurück zur Union“.

Die Kandidaten der Liste Union Im Überblick:

1. Roger Franssen (63)

2. Vanessa Schmitz (39)

3. Etienne Simar (56)

4. Hanna Loewenau (31)

5. Nadia Kittel (33)

6. Pascal Köttgen (33)

7. Reiner Despineux (56)

8. Alexander Jonas (24)

9. Kevin Cremer (38)

10. Serena Perea (38)

11. Hildegard Ramakers (57)

12. Monique Kessel-Denis (62)

13. Denise Flas-Franssen (54)

14. Michael Wenzel (48)

15. Andreas Hoen (42)

16.Patrick Lennarts (63)

17. Titi Malmendier-Ohn (70)

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