Die Folge: Der Markt, der in den Jahren 2020 und 2021 aufgrund des „Lockdown“ im Zuge der Pandemie einen ungeahnten Boom erlebt hatte, stagniert weiter unübersehbar. Gerade auch nachdem bereits im Vorjahr Sand ins Getriebe der Hersteller geraten war. Aber letztlich kaum ein Wunder angesichts von Kosten in Höhe von mindestens 65.000 €, die ein Gartenbesitzer heute für die Anlage eines hochwertigen Pools veranschlagen muss.
Wohlgemerkt, im Schnitt! Maßgebende Gründe für die neuerliche Teuerung sind einerseits die weiterhin hohen Materialkosten, andererseits aber auch die gestiegene Modernisierung der Einbautechniken.
Ein kurzer Blick zurück: Die Nachfrage war in den drei Jahren 2020, 2021 und 2022 derart gestiegen, dass die Branche in besagtem Zeitraum eine Verdoppelung der Aufträge von 3.050 (2019) auf 6.150 (2022) verzeichnete. Dagegen waren es im Vorjahr nur noch circa 5.000 Becken. Ein durchaus spürbarer Rückgang statt einer erhofften Konsolidierung, die den Fachbereich (der in der Zwischenzeit angesichts des Booms und der Nachfrage einen ebenso unerwarteten wie stattlichen Zuwachs erfahren hatte) erstmals nach einer mehrjährigen Hausse klagen ließ.
Und in diesem Jahr sieht es keineswegs besser aus, besonders auch da das anhaltend nasse Wetter von Oktober vergangenen bis zu Juni dieses Jahres nicht unbedingt Spaß auf Pool machte und in den Auftragsbüchern eine ungewohnte Ebbe bewirkte. Jedenfalls konnte das Vorjahresergebnis nach ersten Erhebungen nur denkbar knapp bestätigt werden. Wie gesagt… besonders infolge der kräftig gestiegenen Preise.
Während vor vier Jahren noch (nur) 54.000 € als Mittelwert veranschlagt wurden (nach oben hin eh ohne jede Schmerzgrenze…), werden aktuell zwischen 65.000 und 80.000 € aufgerufen. Ohne Mehrwertsteuer, die den Spaß nochmals verteuert. Erschwerend hinzukam, dass das Wetter in Belgien zuletzt sicherlich keine „natürliche“ Motivation war, um zur Aufwertung des eigenen Gartens respektive zum sommerlichen Vergnügen so viel Geld in die Hand zu nehmen.
Regen (wie in unserem Land über Monate nahezu an der Tagesordnung) ist nun mal ein schlechtes Verkaufsargument für Gartenpools. Wogegen die zuvor ungewohnt heißen Sommer (zusammen mit dem „Lockdown“) den Markt regelrecht gepusht hatten. Ganz abgesehen von der Konsumkrise, die solch extravaganten Investitionen de facto einen Riegel vorschiebt. Energie, Inflation, Zinsen, Kaufkraft - gleich mehrere „Bremsklötze“ für einen Markt, der nach wie vor eher dem Segment „Luxus“ zugeordnet wird.
Bei unseren Nachbarn sieht es im Vergleich zwischen 2022 und 2024 ähnlich „trocken“ aus. Während Frankreich einen Rückgang von fünfzehn Prozent verzeichnet, sind es in Deutschland gar achtzehn (wodurch der Markt hier total stagniert).
Klimapolitisch angeprangert
Und plötzlich sitzen sie auf dem Trockenen… Dass die Bestellungen von Gartenpools einen Sättigungsgrad erreicht haben, dürfte nicht zuletzt (klima)politische Gründe haben. Auch oder gerade mit Blick auf die zwischenzeitlich deutlich gestiegenen Energiepreise, die den einen oder anderen Interessenten ausgebremst haben. Damit nicht genug! In der Zwischenzeit sehen sich Pool-Besitzer gar an den Pranger gestellt. Fachunternehmen erhalten kurzfristige Absagen, weil das Vorhaben, einen Gartenpool anzulegen, in der Nachbarschaft kritisch beäugt wird. Schließlich sei ein solches Vorhaben extrem klimaschädlich - und von daher unverantwortlich. „Wenn Kunden derart geächtet werden, ist dies dem Geschäft sicher nicht zuträglich“, so ein Unternehmer zu seinen Erfahrungen. Übrigens… Unternehmen, die verstärkt im oberen Segment tätig sind, leiden weniger unter den Einschnitten am Markt, da die Energiepreise in besagten Haushalten weniger stark aufs Budget schlagen. „Cool on the pool…“ Oder: Qualitativ hochstehend, nicht selten größer, in jedem Fall aber teurer als die Durchschnittsware, die zuletzt vielfach „auf die Schnelle“ geordert wurde.

Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren