Die Liste ist eine Mischung aus erfahrenen Politikern und neuen Gesichtern. Auch ein Wechsel von Kandidaten der „Entente Communale“ (ECM) zu Alternative ist festzustellen. Zwölf der Kandidaten sind neu auf der Liste, wobei mit Daniel Marenne ein Rückkehrer dabei ist. Er war 2018 in den Stadtrat gewählt worden, legte aber kurze Zeit später aus privaten Gründen sein Mandat nieder. Nun ist er wieder dabei.
Jean-Paul Bastin strebt eine vierte Amtszeit an.
Neu auf der Liste, aber als Transfer anzusehen, ist Luc Mélotte. Der ehemalige Fußballschiedsrichter in der höchsten belgischen Spielklasse war 2018 für die Liste Entente Communale angetreten und in den ÖSHZ-Rat eingezogen. Vor zwei Jahren legte er sein Mandat nieder. „Ich hatte André Denis schon 2018 mitgeteilt, dass ich nicht für die komplette Amtszeit zur Verfügung stehe. Ich muss aber eingestehen, dass ich mich mit der Politik, die in den letzten Monaten von der ECM geführt wurde, nicht mehr identifizieren kann. Man soll Politik zum Wohle der Gemeinde und der Bevölkerung machen. Ich habe André Denis über meine Entscheidung in Kenntnis gesetzt. Vor ein paar Tagen habe ich mich entschieden, für Alternative zu kandidieren. Ich habe an der Ausarbeitung der Programme mitgewirkt und mit diesen kohärenten Inhalten kann ich mich identifizieren.“
Spitzenkandidat ist der amtierende Bürgermeister Jean-Paul Bastin. Er strebt seine vierte Amtszeit an, wobei die erste nur von kurzer Dauer war und nach einem konstruktiven Misstrauensvotum nach etwas mehr als anderthalb Jahren endete. Bei der Vorstellung der Liste sagte er, dass die Bilanz sich sehen lassen könne: „Wir wollen nicht vermessen sein, aber wenn wir die aktuellen zwölf Sitze halten können, wären wir sehr zufrieden. Alles, was hinzukommt, sehen wir als Bonus.“
Listenplatz zwei nimmt Aline Metzmacher ein. Die 53-jährige Unternehmerin hat kürzlich eine Coaching-Agentur in Malmedy eröffnet. Sie ist seit 35 Jahren selbstständig und war zu Beginn ihrer beruflichen Laufbahn Frisörin, bevor sie unternehmerisch aktiv wurde.
Listendrücker ist der aktuelle VWR-Präsident der Klinik (CHRAM), Jacques-Remy-Paquay. Den vorletzten Platz nimmt Christine Van der Vleugel ein, die in der Gemeinde Lierneux Generaldirektorin ist, aber aus Malmedy stammt und auch dort wohnt. Den drittletzten Platz nimmt Schöffe André Hubert Denis ein. Jüngste im Bunde ist die 22-jährige Studentin (Sozialassistentin) Elza Guns. Das Durchschnittsalter der Liste liegt bei 45 Jahren. Alle Mitglieder aus dem aktuellen Kollegium treten wieder an, ebenso Fraktionsführer Claude Bruhl sowie die Ratsmitglieder Coraline Warland, Nathalie Parmantier und Bernard Brevers, der Marie-Eve Hoffmann (Mutterschaftsurlaub) vertritt.
Die Provinzabgeordnete Astrid Bastin verstärkt die Liste ebenso wie der Verwaltungsdirektor der Hilfeleistungszone WAL 5, Simon Piette. Auch Dany Noël ist ein bekannter Kandidat. Der ehemalige Lehrer und Schuldirektor zählte Jean-Paul Bastin und Coraline Warland zu seinen Schülern.
Nicht mehr dabei ist Serge Bierens, der schon vor einiger Zeit seinen Abschied mitteilte. Auch Urgestein Dr. Philippe Royaux tritt nicht mehr an. Insgesamt stammen die Kandidaten aus der ganzen Großgemeinde. Immer mehr entwickle Malmedy sich zu einer Referenz im südlichen Teil des Bezirks Verviers. „Malmedy ist eine Marke geworden“, sagte Jean-Paul Bastin. Das Programm soll positiv, ehrgeizig und offen sein und beinhaltet die Themen Bürgernähe, Sicherheit, Entwicklung und Attraktivität. „Besonders hervorzuheben ist, dass das Programm von den Mitgliedern erarbeitet wurde, die nicht dem Kollegium angehören“, so Bastin.
Um die Sicherheit zu verbessern, soll zusammen mit dem Chef der Polizeizone, Jean-Noël Martel, ein Sicherheitsplan ausgearbeitet werden. Dabei werde auch die Drogenproblematik thematisiert. „Nur repressiv zu arbeiten, wird nicht funktionieren. Wir müssen mit Sensibilisierung und Prävention arbeiten“, so der Bürgermeister. Auch die Entwicklung des Stadtzentrums soll eine Rolle spielen und dabei soll es ein gleichgestelltes Miteinander für Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer geben. An der Steuerschraube soll nicht gedreht werden, wohl sollen die Bürger beim Immobilienvorsteuerabzug entlastet werden, weil eine drastische Senkung der Abgaben an die Provinz Lüttich angestrebt wird. (chris)

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