Steuerfinanzierter Populismus statt Strategie

<p>Ein Hydraulik-Raupenbagger steht mit einem Banner mit der Aufschrift „Innovate together“ anlässlich eines symbolischen Spatenstichs auf dem künftigen Gelände der Chipfabrik unter der Bezeichnung European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC). Die Produktion in der neuen Chipfabrik des taiwanesischen Chipherstellers TSMC soll 2027 beginnen.</p>
Ein Hydraulik-Raupenbagger steht mit einem Banner mit der Aufschrift „Innovate together“ anlässlich eines symbolischen Spatenstichs auf dem künftigen Gelände der Chipfabrik unter der Bezeichnung European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC). Die Produktion in der neuen Chipfabrik des taiwanesischen Chipherstellers TSMC soll 2027 beginnen. | Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Wo bleibt die Strategie, fragen sich die Fachleute, wenn sie auf die EU und ihre vielleicht medienwirksamen, aber keinesfalls zielführenden Versuche blicken, verlorenes Terrain in der Industrieproduktion wiedergutzumachen.

Jetzt weiterlesen – und noch viele weitere Artikel…
Mit dem Basic-Abo haben Sie Zugang zu allen Artikeln bereits ab 9 € pro Monat!
Jetzt abonnieren
Bereits abonniert?

Kommentare

  • Nach dem Lesen dieses „Wochenbuches“ bleibt man doch etwas ratlos zurück, vor allem wegen der Vermischung einer Vielzahl von angeschnittenen Themen.
    Herr Schröder beginnt mit einer vehementen Kritik des „Subventionswahnsinns“ in Sachen Mikrochips.

    „…übersehen dabei, dass wir in Europa das gesamte Ökosystem (?) der Halbleiterfertigung nicht im Griff haben.“ Ich glaube, dass wissen ganz sicher auch die „Heilsverkünder aus den Berlaymont“. Dieses „Ökosystem“ werden wir auch nie ganz beherrschen, aber soll Europa deshalb die Hände in den Schoss legen und weiter komplett von Drittstaaten abhängig bleiben?
    Wie schnell es da Probleme geben kann, das sah man 2021, als neben anderen Gründen ein Handelskrieg zwischen China und den USA einen Mangel an Chips verursachte, der die Autoproduktion zeitweise lahmlegte. Und was, wenn die Lieferungen aus Taiwan einmal komplett zusammenbrechen würden?

    Dass es für Europa existenziell ist, Hochleistungstechnologie zu beherrschen, zeigen die Bereiche Raumfahrt und Flugzeugbau (der Airbus 320 ist inzwischen das meistverkaufte Flugzeug der Welt).
    Ob der jetzt gewählte Weg in Sachen Chips so katastrophal enden wird, wie Herr Schröder unter Berufung auf „skeptische bis entsetzte Experten“ prophezeit, wird die Zukunft zeigen.

    Seltsam nur, dass er uns gerade China als nachahmenswertes Beispiel vor Augen hält.
    Dieses Land hat ein gelenktes, staatskapitalistisches Wirtschaftssystem, das unter dem Primat der Kommunistischen Partei steht, die wiederum bedingungslos der Autorität eines praktisch lebenslänglich amtierenden Xi Jinping unterworfen ist.
    Begriffe wie Menschenrechte, Informations- und Meinungsfreiheit sind dort Fremdwörter.
    Und dieses System sollen wir hier in der EU übernehmen?
    Dann würde die Seite 2 der Donnerstagsausgabe des GE aber mit einem weißen Fleck erscheinen.

    In Sachen Subventionierung ist China auch ein schlechtes Beispiel: „China investiert so viel wie nie zuvor in seine Halbleiterindustrie. Mit 44,3 Milliarden Euro für den teilstaatlichen ‘Big Fund III’[…]» (Elektronik Praxis 25.06.2024)

    „…versenkte die dafür vorgesehenen Milliarden in den Ausbau der Sozialsysteme.“
    Ja, was den Ausbau der Sozialsysteme anbelangt, so wären da wirklich drastische Kürzungen angesagt, und viele hier würden dem lauthals zustimmen. Aber nur so lange, bis sie selbst von solchen Einschnitten betroffen wären.

    „…dem Reich der Mitte jetzt auch noch das größte Rohstoffland der Welt, Russland, in die Arme getrieben.“ Ach hätten wir doch besser keinen Finger gerührt, um den angegriffenen Land beizustehen, und stattdessen weiterhin „Business as usual" mit dem Aggressor betrieben“.

    Der Vorwurf, die Terminierung dieses milliardenschweren Programms fristgerecht zu den Wahlen in drei ostdeutschen Bundesländern sei ein populistischer Trick der „Straßburger GroKo“, ist selbst purer Populismus. Aber diesen Seitenhieb auf die EU konnte Herr Schröder sich wohl nicht verkneifen.
    Populistisch auch sein Vergleich zwischen „mehreren Hunderttausend für einen Arbeitsplatz“ und dem „Selbstständigen, der sich nachts unruhig im Bett wälzt“. Es ist ein Fakt, dass die Kosten pro Arbeitsplatz mit zunehmender Technisierung steigen.

  • „Bestenfalls die USA können da noch, wenn auch nur mit fremdfinanzierten Subventionsmilliarden, mithalten.“
    Was muss man sich unter „fremdfinanzierten Subventionsmilliarden“ vorstellen?
    Dazu stieß ich jetzt beim Morgenkaffee auf einen Artikel der NZZ vom 28.07.2022, im Internet einsehbar und absolut lesenswert:
    „Die USA stärken die heimische Chipindustrie mit einem 280 Milliarden Dollar schweren Finanzpaket“
    Finanziert werden soll das gigantische Subventionspaket mit Kreditaufnahmen, also einer Verschuldung des Staates, die letztendlich wer zu tragen ha? Nun, der Steuerzahler.

  • Danke, Norbert Schleck!

Kommentar verfassen

3 Comments