Warnstufe „Gelb“: Achtung vor Regenwetter am Samstagabend

<p>Illustration: belga</p>
Illustration: belga

Die Warnung des Wetterdienstes gilt ab 20 Uhr und dauert bis Sonntagmorgen um 8 Uhr. „Heute Abend und in der kommenden Nacht zieht ein aktives Regengebiet über den Südosten des Landes“, heißt es in dem Bericht des Wetterdienstes. In den beiden Provinzen können demnach innerhalb von 12 Stunden 20 bis örtlich 40 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Ein Gewitter ist ebenfalls nicht ausgeschlossen. Am Sonntagmorgen wird das Regengebiet unser Land in Richtung Osten verlassen, und es wird überall trocken. Mit einer gelben Warnstufe ruft das KMI zur „Wachsamkeit“ auf. Es ist die erste von drei möglichen Alarmstufen für Wetterphänomene. Bei einer Gelben Warnstufe für Regen wird viel Regen erwartet, der örtlich zu Beeinträchtigungen führen kann.

Das belgische Innenministerium hat angesichts der Wetterwarnung die Notrufnummer 1722 aktiviert. Diese ist für nicht-dringende Einsätze der Feuerwehr vorgesehen. Die 1722 wird gewählt, um zu vermeiden, dass die Notrufleitungen mit Anrufen überlastet werden, die aufschiebbare Einsätze betreffen. Bei Sturmschäden oder Wasserschäden, bei denen Feuerwehrhilfe benötigt wird, sollte also diese Nummer gewählt werden. In lebensbedrohlichen Situationen sollte jedoch die 112 angerufen werden. (belga/sc)

Kommentare

  • Oh,da passt noch viel Wasser rein.Denke die haben gelernt,und es ist ja auch Personal vor Ort mitlerweilen

  • ... hoffentlich haben die Verantwortlichen der Talsperren dieses auch mitbekommen....

  • Herr Vromberg

    ...........vielleicht mal zur Talsperre oder Gileppe fahren und sich den Wasserstand ansehen

  • Auch vor 3 Jahren bot die Wesertalsperre vor den Regenfällen eine tatsächliche Reserveaufnahmekapazität von 5,6 Millionen Kubikmeter. Doppelt so viel, wie damals veranschlagt war. Mittlerweile wurde diese Hochwasserreserve auf 6 Millionen Kubikmeter erhöht. (Im Juli 2021 sind durch die Regenfälle annähernd 13 Millionen Kubikmeter in die Sperre geflossen!)

    Dass immer noch davon geredet wird, die Talsperre sei damals voll gewesen, hat auch mit der vom damaligen Chefredakteur des GE des betriebenen „Kampagne“ zu tun, in der u.a. 1 Woche nach der Hochwasserkatastrophe und vor erneuten Regenfällen berichtet wurde, die Wesertalsperre sei „wieder voll“. Sie war es weder vor dem Hochwasser noch danach. Fake-News!
    Auch die jetzt vorgesehene Reserve von 6 Millionen Kubikmeter wird, wie die damals vorhandene Reserve von 5,6 Millionen Kubikmetern, alleine (!) jedoch nicht ausreichen, Wassermassen wie vor 3 Jahren aufzunehmen.

    Die Wesertalsperre ist in erster Linie ein Trinkwasserreservoir und dient erst an zweiter Stelle als Hochwasserschutz. Beide Aufgaben lassen sich nur durch Kompromisse bewältigen, die im Extremfall auch zum Versagen des Systems führen können. Dass man aus der Katastrophe von 2021 seine Lehren gezogen hat, ist wohl eine Selbstverständlichkeit.

    In wohl keinem Szenario hätte die Talsperre die damals hineingeströmten 13 Millionen Kubikmeter Wasser (die zudem in dieser Menge nicht vorhergesagt waren) vollumfänglich auffangen können, es sei denn, man stellt die Trinkwasserversorgung an die 2. Stelle der Aufgaben.

    Das Geschrei, wenn es bei extremer Trockenheit dann zu Engpässen in der Wasserversorgung führen sollte, kann man in der Ferne allerdings jetzt schon wahrnehmen. Auch dann wird es heißen: „Wie konnte dies passieren?“

  • Es ist aber Fakt,das zu diesem Zeitpunkt technische Probleme mit den Schleusen waren.Und es war zu dieser Zeit,ab 17 Uhr kein Personal mehr anwesend sowenig wie am Wochenende,was mitlerweilen geändert ist.Bekannt ist auch das in 3 Zeiten massiv Wasser abgelassen wurde weil die Talsperre voll war,was alles nachzulesen war.
    Und klar das die Hill dabei eine unglückliche Rolle gespielt hat

  • .. wollen wir hoffen, dass so eine Katastrophe nicht noch mal passiert...

  • Wer sich jenseits von vorgefassten Meinungen ein möglichst objektives Bild darüber machen möchte, wie es zu der Hochwasserkatastrophe 2021 kommen konnte, sollte - falls er die Übertragung der Sitzungen des Untersuchungsausschusses im Wallonischen Parlament, die äußerst aufschlussreich war, nicht gesehen hat - den Bericht hiervon lesen.

    Für diejenigen die die Wesertalsperre und deren Betreiber als Hauptverantwortliche ausgemacht haben ist es auch hilfreich, einen Blick nach NRW und die damalige Situation der dort vorhandenen Talsperren zu verschwenden:

    1. Steinbachtalsperre (Euskirchen, Eifel)
    Die Steinbachtalsperre drohte durch die starken Regenfälle überzulaufen und möglicherweise zu brechen. Um dies zu verhindern, mussten Notfallmaßnahmen ergriffen werden, einschließlich der Evakuierung von tausenden Menschen im Umkreis.

    2. Rurtalsperre (Nordeifel, Simmerath)
    Die Rurtalsperre erreichte nahezu ihre maximale Kapazität. Obwohl sie eine sehr große Pufferkapazität hat, konnte sie die enormen Niederschlagsmengen nicht vollständig aufnehmen. Überschüssiges Wasser musste kontrolliert abgelassen werden, was flussabwärts zu starken Überschwemmungen führte.

    3. Wuppertalsperre (Wuppertal)
    Auch die Wuppertalsperre im Bergischen Land stand unter enormem Druck. Der Wasserstand stieg schnell, und es mussten ebenfalls Abflüsse reguliert werden, um eine Überlastung zu vermeiden.
    Dennoch führte dies in den umliegenden Gebieten zu Hochwasser.

    4. Aggertalsperre (Oberbergischer Kreis)
    Die Aggertalsperre erreichte ebenfalls ihre Kapazitätsgrenzen. Die riesigen Niederschlagsmengen konnten nicht vollständig zurückgehalten werden und es musste kontrolliertes Wasser abgelassen werden, um die Talsperre zu schützen.
    Ähnlich wie bei den anderen Talsperren führten die Wasserabgaben dazu, dass die Flüsse im Umfeld über die Ufer traten und es zu Überschwemmungen kam.

    5. Oleftalsperre (Eifel, Hellenthal)
    Auch die Oleftalsperre wurde von den extremen Regenfällen stark betroffen. Die Talsperre erreichte rasch ihre Kapazitätsgrenze, was die Betreiber dazu zwang, Wasser kontrolliert abzulassen, um ein Überlaufen und eine potenzielle Gefährdung der Talsperre selbst zu verhindern.
    Diese Abgaben verstärkten die Flutwelle in der Olef.
    Von den Überflutungen besonders betroffen waren die Orte Schleiden-Gemünd und Hellenthal.

    6. Kalltalsperre (Eifel, Simmerath)
    Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen wurde die Talsperre bis an ihre Kapazitätsgrenzen belastet.
    Es mussten kontrollierte Wasserabgaben erfolgen, um ein Überlaufen der Talsperre zu verhindern. Diese Abgaben flossen in den Kallbach, der die Wassermengen weiter in die Inde leitete, was letztlich das Hochwasser in Orten wie Kornelimünster verschärfte.

    7. Wehebachtalsperre (Nordeifel, Stolberg)
    Die Talsperre war durch die extremen Regenfälle nahezu voll, da der Wehebach große Wassermengen führte. Um die strukturelle Integrität der Talsperre zu gewährleisten, mussten kontrollierte Wasserabgaben erfolgen.
    Das abgelassene Wasser floss in den Wehebach und von dort weiter in die Rur. Während es in Stolberg und anderen umliegenden Orten zu erheblichen Überschwemmungen kam, war die Wehebachtalsperre ein kritischer Faktor in der gesamten Hochwassersituation an der Rur.

    Die Hochwasserkatastrophe 2021 war ein extremes Ereignis, das selbst gut ausgestattete Talsperren an ihre Grenzen brachte. Nicht die Talsperren waren jedoch der Grund für die Überschwemmungen, sondern die extreme Wetterlage. Dies wurde insbesondere auch in den Regionen und Orten deutlich, in denen es keine Talsperren gibt (Ahrtal, Erfttal).
    Die Ereignisse haben deutlich gemacht, dass selbst in einer Region mit einer Vielzahl von Hochwasserschutzanlagen das Risiko extremer Wetterereignisse nicht vollständig beherrschbar ist. Dass die Schutzkonzepte und das Wassermanagement nach diesem Ereignis überdacht und angepasst werden müssen, steht außer Frage.

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