Die Parteien N-VA, CD&V, Vooruit, MR und Les Engagés haben vergangene Woche mit den Verhandlungen über die Bildung einer föderalen Koalition begonnen.
De Wevers nukleare Ambitionen: realistische Vision oder Utopie?
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Kommentare
Bevor diese rückwärtsgewandte Koalition in spe ihre nuklearen Fantasien weiter spinnt, sollte sie sich einen Betriebsausflug in die Normandie gönnen. Gerne auf Staatskosten.
Die erste Etappe sollte nach Flamanville gehen, wo in diesem Jahr nach 17 jähriger Bauzeit und einer Aneinanderreihung von Pannen, Fehlkalkulationen und Problemen, erstmals seit 20 Jahren ein neues AKW (möglicherweise) in Betrieb gehen wird.
Der Bau des Atomkraftwerks begann 2007. Statt der ursprünglich veranschlagten 3,3 Milliarden Euro Kosten wird mit mehr als… dreizehn Milliarden Euro gerechnet. Die Inbetriebnahme erfolgt... 12 Jahre später als geplant.
Zur Veranschaulichung, welch monströsen Hochsicherheitsanlagen notwendig sind, um die nuklearen Brennstäbe wiederaufzubereiten, sollte die 2. Etappe an das ansonsten beschauliche Cap La Hague führen. Dort einfach nur staunen über die Absurditäten menschlichen Größenwahns.
Wenn ihnen die ernüchternde Realität nuklearer Stromerzeugung nicht reicht ist es natürlich statthaft von Taschenreaktoren zu träumen, die es frühestens - wenn überhaupt - in 15 oder 20 Jahren geben wird.
Dann jedoch kann man genauso gut den seit 2 Jahrzehnten beschrittenen Weg des Ausstiegs aus der Kernenergie verfolgen und darauf setzen, dass Energiespeicher im Verbund mit regenerativen Energieträgern die Stromversorgung sichern werden.
Im Gegensatz insbesondere zu dem flämischen Nationalisten und dem liberalen Geisterfahrer hat Engie verstanden, dass die Zukunft der Stromerzeugung nicht im Einlegen des Rückwärtsgang liegt.
Reaktionäre Politiker müssen das nicht verstehen. Das Dumme ist nur, dass nicht Sie sondern die Bevölkerung diese Zeche werden zahlen müssen.
Bevor das erste neue Kernkraftwerk welcher Bauart auch immer in Belgien ans Netz geht, ist DeWever längst in Rente und Bouchez lässt sich seine liberale Lobbyarbeit auf einem Aufsichtsratsposten vergolden.
N.B. Es sei daran erinnert, dass Belgien nicht in der Lage ist, ein neues nationales Fußballstadion oder vergleichsweise popelige Gaskraftwerke (wenn überhaupt) mit einem überschaubaren zeitlichen Horizont zu bauen.
Kernkraftgegner dürfen den Träumereien von De Wever und Co. somit mit Gelassenheit entgegen schauen.
Ja, Herr Leonard, der letzte Satz Ihres Beitrages trifft den Nagel auf den Kopf.
Das Fazit des Herrn Zeimers ist ja auch ernüchternd genug: "De Wevers nukleare Pläne sind ambitioniert, aber die Hürden scheinen unüberwindbar."
Das ist vielleicht auch der Grund dafür, dass die Kernkraftenthusiasten hierzulande so merkwürdig still geblieben sind.
Was nun den Reaktor von Flamanville anbelangt, so sollte der jetzt in Sommer unter strikter Kontrolle der Aufsichtsbehörde eigentlich anlaufen, um progressiv seine normale Leistung zu erreichen, nach einer wohl einzigartigen Serie von Pleiten, Pech und Pannen.
Nur, nichts Genaues über den Stand der Dinge findet man dazu nicht, nur Meldungen über eine neue Havarie: Der Deckel des Reaktorbehälters weist Fehler auf und muss schon nach 18 Monaten Betriebszeit ersetzt werden. Das war die Bedingung für eine vorläufige Inbetriebnahme.
"L’un des plus grands fiascos industriels français" urteilt die französische Presse.
Dabei sollte dieser Reaktortyp das Vorzeigemodell für eine ganze Serie neuer Reaktoren sein.
Und der SMR-Reaktor, der aber nun wirklich alle Probleme lösen soll?
In den USA wurde ein SMR-Vorzeigeprojekt beerdigt – dasjenige der Nuscale Power Corporation. Grund sind deutliche Kostensteigerungen von geschätzten 5,3 auf 9,3 Milliarden US-Dollar und Finanzierungsprobleme.
Aber trösten wir uns, es sind ja noch 135 andere Modelle, die in Entwicklung sind, wie aus einem Bericht des BASE (Bundesamt für die Sicherheit der Nuklearen Entsorgung) hervorgeht.
Beim Teutates, da müsste doch was Brauchbares zu finden sein.
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