Im Geiste vereint

Die Kinderbetreuung bietet Eltern die Möglichkeit, sich beruflich zu betätigen, während sie ihre Kinder gut und sicher betreut wissen. Statt eines Entweder-Oders gibt es also beides: berufliche Verwirklichung und liebevolle Betreuung, die obendrein in einer kleinen Gruppe Gleich- oder Ähnlichaltriger stattfindet.

Vivant fordert nun die Einführung eines Elterngeldes und verspricht, die Zeit, in der Mutter oder Vater die Betreuung übernehmen, würde für die Rente angerechnet. Das ist Augenwischerei. Nicht die DG, die einzige politische Ebene, in der Vivant aktiv ist, trifft eine solche Entscheidung, sondern der Föderalstaat. Das Versprechen an sich ist also nur ein Luftschloss.

Liste24.de stimmt dennoch in den Reigen mit ein und fantasiert von einer Welt, in der die Kinderbetreuung in selbständig organisierten Strukturen aufgrund der wegfallenden Verwaltung für schlappe 350 Euro zu haben ist. Dabei blendet man einfach aus, dass die Kinderbetreuung in der DG aus einem solchen Modell erwachsen ist - und dass die Beiträge für Eltern stiegen und stiegen. Mit dem Beitrag, den Herr Schmitz vorschlägt, würde eine Tagesmutter, die 6 Kinder betreut, 2.100 Euro brutto verdienen. Davon würde sie die Ausstattung ihrer Wohnung, die Lebensmittel für die Tageskinder, Heiz- und Energiekosten und vieles mehr begleichen - und zusätzlich Steuern zahlen und sich um ihre Rentenbeiträge kümmern. Dieses Modell würde Tageseltern in die Armut verbannen.

Statt mithilfe solcher Blindgänger auf Stimmenfang zu gehen, sollten sich auch populistische Parteien endlich auf ihre Verantwortung für die Wahrnehmung der Politik besinnen. Hören Sie also bitte auf, den Menschen vermeintliche Lösungen zu präsentieren, indem sie ihnen Sand in die Augen streuen.

Kommentare

  • "Liebevolle" Fremdbetreuung?

    Zur Ergänzung meiner ersten Antwort ("Desinformation von Ecolo") auf vorliegenden Beitrag von Andreas Jerusalem, der bereits vor einigen Tagen im gedruckten Grenzecho erschienen ist, folgendes. Er spricht von einer "sicheren, guten und liebevollen" Fremdbetreuung der Kinder. Wie diese bei einem Betreuungsschlüssel von 1:6 gewährleistet sein soll, kann ich mir einfach nicht vorstellen. Sogar Arlette Raxhon (Tagesmutter) räumt auf Ostbelgien-Direkt freimütig ein, dass das Einschlafen der Kleinen bisweilen mit "jammern, weinen, schreien und klopfen" der Kinder einhergeht.

  • Wenn es noch eines Belegs bedarf, dass die Liste Schmitz 'unwählbar' ist, dann wurde dieser gerade geliefert: "Fremd"betreuung könne nicht liebevoll sein - was für ein hinterhältiger Schlag ins Gesicht für alle Menschen und vor allem Frauen und Mütter, die sich tagtäglich auf liebevollste und hingebungsvollste Weise um Kinder, Kleinkinder und Babies "fremd"kümmern. Das Gebaren des Herrn Schmitz und seiner Mitläufer ist einfach nur noch widerwärtig.

  • Nun ja Herr Hezel, vielleicht können Sie dem Leser erklären, wie ein Erwachsener gleichzeitig 6 (!) Kleinkindern voll umfänglich gerecht werden kann, ohne dass diese sich u.a. in den Schlaf „jammern, weinen oder schreien“ müssen. Übrigens hat Frau Raxhon meine Frage, wie lange sie denn die Kinder schreien lassen würde, bevor sie tröstend einschreitet, nicht beantwortet.

    Es kommt eben nicht von ungefähr, dass die Experten empfehlen, dass ein Erwachsener maximal drei Kleinkinder betreuen sollte, und eben nicht sechs, und dass man Kleinkinder nicht länger als „wenige Minuten schreien lassen sollte“.

  • Nun ja Herr Schmitz, vielleicht können Sie dem Leser zuerst einmal erklären, warum Sie denn den Betreuer(inne)n einfach so absprechen, sich liebevoll um die ihnen anvertrauten Kinder zu kümmern?

  • Herr Hezel,

    Ich spreche den Betreuer(innen) keineswegs ab, dass sie nicht ihr Bestes geben, aber ein Erwachsener - sei er noch so liebevoll und motiviert - KANN schlicht und ergreifend auch beim besten Willen nicht sechs Kleinkindern gleichzeitig voll und ganz gerecht werden, z.B. sie nicht länger als wenige Minuten schreien lassen, ohne sie tröstend in den Arm zu nehmen.

Kommentar verfassen

5 Comments