Von wegen Kuschelpädagogik!

Wir wissen aus der Forschung, dass Kinder und Jugendliche Herausforderungen brauchen, um wachsen und sich entwickeln zu können. Die Politik kann den Rahmen festlegen, in dem sich die Schülerinnen und Schüler diesen Herausforderungen stellen. Dieser Rahmen sollte auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basieren, um das Lernen möglichst erfolgreich zu gestalten.

Unsere im Wahlprogramm vorgeschlagenen Maßnahmen verfolgen zwei zentrale Ziele. Erstens wollen wir hohe Erwartungen an unsere Schülerinnen und Schüler stellen, damit sie sich optimal entwickeln können. Zweitens möchten wir einen Rahmen schaffen, der ihr Wohlergehen fördert, sodass Lernen überhaupt gelingen kann und Wirkung zeigt.

Hohe Erwartungen sind an manchen Stellen in Verruf geraten, weil man glaubt, sie würden Kinder unter Druck setzen und ihnen schaden. Dies ist jedoch ein Missverständnis. Die Forschung zeigt, dass Langeweile und das Gefühl, nicht gefordert zu sein, die wahren Feinde des Lernens sind. Hohe Erwartungen vermitteln Kindern dagegen, dass wir überzeugt sind, dass ihr Gehirn ständig wachsen kann. Diese Überzeugung verändert ihr Selbstbild und lässt sie wachsen. Natürlich sind hohe Erwartungen sehr individuell. Was den einen genau richtig herausfordert, überfordert einen zweiten und unterfordert einen dritten. Besonders wichtig sind hohe Erwartungen bei Kindern, die als „schwierig“ wahrgenommen werden, weil sie laut sind, stören und Regeln missachten. Um bei ihnen eine Veränderung zu erzielen, ist es entscheidend, sie zu erwischen, wenn sie vorbildlich handeln, und sie in diesem Moment gezielt zu loben. So können sie gutes Verhalten in ihr Selbstbild integrieren. Das ist ein langwieriger, aber lohnender Prozess.

Die Maßnahmen im Wahlprogramm von Ecolo sind daher klar darauf ausgerichtet, hohe Erwartungen mit einer Förderung des Wohlergehens und einer Steigerung der Selbstwirksamkeit zu verbinden. Nur so können wir sicherstellen, dass unsere Schülerinnen und Schüler die besten Chancen haben, sich zu entfalten und ihre Potenziale wahrzunehmen und zu verwirklichen. Dies ist keine Verwässerung der Ansprüche, sondern ein Ansatz, der auf einer soliden wissenschaftlichen Grundlage beruht und darauf abzielt, unsere Kinder bestmöglich zu unterstützen.

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