Eine neue Sprache zu lernen, ist der Schlüssel zur Integration, weil sie den Zugang zu Kultur, Gemeinschaft und Möglichkeiten eröffnet. Vivant fordert, dass Zugezogene ein Niveau B1 in deutscher Sprache vorweisen, bevor sie arbeiten dürfen. Auch die CSP plädiert für verpflichtende Sprachkurse mit B1-Niveau. Dem unterliegt die naive Vorstellung, dass man die Sprache im Frontalunterricht einfach in die Köpfe reindrücken könnte und die unfaire Unterstellung, man wolle die Sprache nicht lernen. Wir können nicht so lange warten, bevor wir Zugezogene an den Arbeitsmarkt heranführen! Je länger eine Person dazu gezwungen ist, beruflich inaktiv zu bleiben, desto schwerer ist es, sie in eine reguläre Arbeit zu bringen. Und Sprachkurse sind einfach mit keinem Job der Welt vergleichbar.
Also was tun? Ganz viele Menschen lernen eine neue Sprache erst auf der Arbeit, im Verein, im Austausch mit der Schule – und das oft mit verblüffender Schnelligkeit. Berufliche und soziale Integration gehen hier Hand in Hand! Wir müssen dafür sorgen, dass Zugezogene so schnell wie möglich aktiv an unserem gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Sprache muss man leben, um sie zu lernen!
Und wenn es den Parteien wirklich darum geht, Menschen in Arbeit zu bringen, dann müssen wir ehrlich an das Problem rangehen und den Werkzeugkasten für die Arbeitsaktivierung ausbauen. Dafür können wir auf viele Akteur*innen setzen, u. a. mit Angeboten für Hilfe bei der Jobsuche, Training von Arbeitsplatzfähigkeit und Teamwork, Begleitung bei der Einarbeitung uvm. Wir müssen aber auch das Angebot an Einstiegsjobs und Anlerntätigkeiten ergänzen. Außerdem können wir unsere motivierten Arbeitgeber*innen mit gezielter Beratung und unterstützenden Sprachkursen dabei helfen, Ihre Herausforderungen bei der Mitarbeitergewinnung und -bindung zu bewältigen. Echte Lösungen also, statt leerer Parolen.
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