„Heute nicht“-Challenge lädt zum Verzicht auf Alkohol ein

<p>„Heute nicht“ soll im Rahmen der Kampagne mehr als nur eine Aussage sein. Vielmehr geht es um eine persönliche Herausforderung, für ganze 44 Tage auf den Konsum von Alkohol zu verzichten.</p>
„Heute nicht“ soll im Rahmen der Kampagne mehr als nur eine Aussage sein. Vielmehr geht es um eine persönliche Herausforderung, für ganze 44 Tage auf den Konsum von Alkohol zu verzichten. | Illustration: dpa

Bei der „Heute Nicht“-Challenge geht es um eine gemeinsame Kampagne des Patienten Rat und Treff (PRT), der Arbeitsgemeinschaft für Suchtbekämpfung & Lebensbewältigung (ASL) sowie dem Ministerium der Deutschsprachige Gemeinschaft (Fachbereich Gesundheit). Partner sind außerdem das GrenzEcho, Pavonet und der BRF.

Die „Heute Nicht“-Challenge sei mehr als „nur“ eine Aussage, heißt es. Es gehe um die persönliche Herausforderung (Englisch: „Challenge“), während der Fastenzeit für ganze 44 Tage bewusst auf Alkohol verzichten. „Wir möchten mit der Challenge das Bewusstsein schärfen: Wie oft greife ich eigentlich zu Alkohol? Welche Auswirkungen hat Alkohol auf mich beziehungsweise welche positiven Auswirkungen hat eine Pause auf meinen Körper?“, sagt Anja Boffenrath vom Patienten Rat und Treff.

Für Teilnehmer gebe es dazu auch regelmäßig Infos, welche Vorteile eine Alkoholabstinenz für Körper und Geist mit sich bringt. Verstanden wird die Kampagne nicht unbedingt als Aufforderung, nie wieder Alkohol zu trinken, sondern um seinen persönlichen Umgang mit Alkohol einmal unter die Lupe zu nehmen. Für den Körper werde es eine Art „Kur“ sein. „Was ich wichtig finde bei der Kampagne ist für jeden den Stellenwert des Alkohols im täglichen Leben zu reflektieren, also sich selbst die Frage zu stellen, warum brauche ich ein Bier zum Feierabend oder Wochenende? Man muss sich eher rechtfertigen, wenn man nicht trinkt, als dass man trinkt. Alkoholfreie Zeiten sollten in der Gesellschaft etablierter werden“, meint Madita Willems von der ASL. „Dazu gehört dann auch eine Preisanpassung alkoholfreier Getränke“, fügt ASL-Geschäftsführerin Carolin Scheliga hinzu.

<p>Mit solchen Bildern wird auf die aktuelle Kampagne zum Verzicht auf Alkohol aufmerksam gemacht.</p>
Mit solchen Bildern wird auf die aktuelle Kampagne zum Verzicht auf Alkohol aufmerksam gemacht. | Foto: PRT/Pavonet

Konkret kann man sich auf der Webseite www.heute-nicht.be einschreiben – übrigens auch anonym. Hier gibt man seine Anzahl „Alkoholeinheiten“ ein, die man im Durchschnitt pro Woche trinkt. Was ist eine „Alkoholeinheit“? Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dazu konkrete Angaben gemacht und eine „Einheit“ Alkohol definiert, die mehr oder weniger 10 g Alkohol entspricht. Eine „Einheit“ ist zum Beispiel ein Glas Bier mit 5 % (25 cl), ein Glas Wein oder Champagner mit 12 % (10 cl), ein Aperitif-Getränk mit 20 % (6 cl) oder auch ein Glas Wodka oder Whisky mit 40 % (3 cl).

Auf der Webseite wird man ab Aschermittwoch (14. Februar), wenn die Kampagne an den Start geht, verfolgen können, wie viele Einheiten Alkohol Ostbelgien schon „eingespart“ hat. Das gemeinsame Ziel der Challenge laute, diese Zahl so hoch wie möglich zu treiben, so PRT und ASL im Vorfeld. Es biete sich natürlich an, auch andere herauszufordern, damit man sich während der Zeit gemeinsam motivieren kann – egal, ob mit Familie, dem Verein, einer Gruppe von Freunden, Kollegen oder sogar dem gesamten Unternehmen.

Es gibt auch ein Erkennungszeichen für die Kampagne: Dabei handelt es sich um ein kleines blaues Armband mit dem Schriftzug „Heute Nicht“. Dieses soll anderen signalisieren, dass man (heute) keinen Alkohol trinkt. Auf diese Weise soll das ständige Nachfragen („komm, eins kannste doch“) eingeschränkt werden. Außerdem soll das Bändchen den Teilnehmern selbst als kleine Motivationsstütze dienen.

„In unserer Gesellschaft sehen sich Menschen, die bewusst auf den Konsum von Alkohol verzichten, häufig damit konfrontiert, ihre Entscheidung zu rechtfertigen. Diese Situation erscheint paradox, wenn man bedenkt, dass es sich um eine gesunde Lebensentscheidung handelt, die eigentlich keiner Begründung bedürfte“, sagt Anja Boffenrath vom Patienten Rat und Treff. Mit dem Bändchen möchten die Organisatoren nicht nur die Teilnehmer der „Challenge“ unterstützen, sondern auch dazu anregen, gesellschaftliche Erwartungen zu hinterfragen und mehr Verständnis für unterschiedliche Lebensweisen zu entwickeln, fügt sie hinzu. Zum Start in die Kampagne findet eine Veranstaltung im Foyer des BRF-Funkhauses am 20. Februar (ab 19 Uhr) statt. Dabei gibt es auch Tipps und Informationen zur Challenge sowie Musik mit Jana Laschet. Auch die vielfältigen gesundheitlichen Vorteile und positiven körperlichen Veränderungen (sich fitter und wacher fühlen, besser schlafen, abnehmen und besseres Hautbild) werden dabei erläutert. Ein Mediziner wird außerdem noch den Einfluss auf Blutdruck, Leber usw. erklären und darstellen, wie sich ein kurzzeitiger Alkoholverzicht positiv auf den Körper und die Organe auswirkt. „Strikte Trinkpausen sind gesund, auch wenn man nur gelegentlich trinkt. Dadurch kann man sein Konsumverhalten reflektieren, ‚gewohnte‘ Trinkpraktiken verändern und der Körper hat auch etwas davon“, erklärt ASL-Geschäftsführerin Carolin Scheliga. (sc)


Weitere Infos gibt es hier: www.heute-nicht.be

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