Ruhrpott-Kabarettist Fritz Eckenga mit neuem Programm am Mittwoch zu Gast im Alten Schlachthof

<p>Fritz Eckenga ist morgen in Eupen zu Gast.</p>
Fritz Eckenga ist morgen in Eupen zu Gast. | Foto: Ralf Rottmann

Fritz Eckenga ist im Ruhrgebiet zuhause, spielt Solo-Programme, schreibt Theaterstücke, Hörbücher und ist Radiokolumnist. Mit seinem neuen Programm ist er am morgigen Mittwoch, 29. November, im Alten Schlachthof in Eupen zu Gast. „Der Kabarettist ist in sich gegangen, um ihm einen ehrlichen Namen zu geben: ‘Hirnschmelze’“, heißt es in der Einladung. Die Veranstaltung von Chudoscnik Sunergia beginnt um 20 Uhr.

Hirnschmelze. Der enorme Wirklichkeitsverbrauch war kaum noch zu bewältigen. Der Schädel brummte. Irgendwo zwischen Frontalllappen und Stammhirn hatte sich zuviel schmoddriger Content angesammelt. Im Brägen sah’s aus wie bei Elon Musk in der Besucherritze. Verwahrlosung drohte. Was tun? Witzlose Zeiten? Schlimme Lage? Nachrichten deprimierend? Bilder grauenhaft? Ja, doch, kann man so sagen. Einerseits. Andererseits heißt es aber doch immer: Lachen ist die beste Medizin. Also was jetzt? Besser mal einen guten Witz machen, weil das die Abwehrkräfte stärkt? Nächste Frage: Was ist ein guter Witz? Kommt unter anderem drauf an, wer ihn erzählt. Und wem er erzählt wird.

Tumor ist, wenn man trotzdem lacht. Sollte der Onkologe zur Stimmungsaufhellung besser nicht seinem Chemo-Patienten sagen. Falsche Richtung. Andersrum geht der aber. Eckenga reimt „Gottes Sohn“ auf „Schmierinfektion“ und „Pandemie“ auf „Eucharistie“. Ob es nur um das Verhalten der Mitmenschen im Supermarkt geht oder um das Weltkulturerbe Wärmepumpe – für die großen und kleinen Probleme auf jeden Fall aber satirisch verpackt – von leicht ironisch bis behutsam zynisch. Fritz Eckenga hat sich nach Schul- und Berufsausbildung, nach Zivildienst und kurzer Berufstätigkeit im erlernten Beruf, auf dem zweiten Bildungsweg nachträglich hochschulreif gemacht. Nach sehr rechtzeitig abgebrochenem Studium der Publizistik begann er als Gründungsmitglied des „Rocktheater Nachtschicht“ damit, jede auch nur entfernt nach Bühne aussehende Holzkiste zu betreten und darauf einem zunächst sehr übersichtlichen Publikum Sketche, Theater, Kabarett und Musik vorzuführen.

Ab Anfang der 1980er-Jahre entwickelte sich die Gruppe Nachtschicht (später N8chtschicht) schnell vom lokalen Geheimtipp zum erfolgreichen Tourneetheater. Fritz Eckenga übernahm immer mehr die Textarbeit und wurde Hauptautor der Gruppe. Parallel zur Ensemble-Arbeit begann Eckenga Mitte der 1990er-Jahre mit Solo-Projekten. Neben Autorentätigkeit für Zeitungen, Satiremagazine, Hörfunk- und Fernsehsender schreibt und spielt er Bühnen-Programme. (red/hov)

Infos & Tickets unter www.alter-schlachthof.be

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