Dicht an dicht drängten sich Vertreter der 23 Zivilparteien sowie ihre sieben Rechtsbeistände, die Anwälte der Verteidigung sowie die Geschworenen-Kandidaten. Zwölf von ihnen – sieben Männer und fünf Frauen – sowie vier Ersatzgeschworene (zwei Männer, zwei Frauen) werden ab Montag über Schuld oder Unschuld des Omar Benchamsy entscheiden, dem zweifacher Mord sowie versuchter Mord in fünf Fällen vorgeworfen wird.
Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen wurde die Geschworenenjury am Mittwoch per Losverfahren aus 150 vorgeladenen Kandidaten, zufällig aus dem Wahlregister ausgewählte Bürger, zusammengestellt – rund 60 erschienen erst gar nicht. Von den übrigen baten zahlreiche beim Vorsitzenden Richter Philippe Gorlé darum, aus beruflichen, gesundheitlichen oder familiären Gründen von ihrer Bürgerpflicht entbunden zu werden. Aus 50 verbliebenen Kandidaten wurden schließlich die Geschworenen ausgelost. Sowohl Anklage als auch Verteidigung konnte in diesem Verfahren ohne Angabe von Gründen aus strategischen Gründen je acht Geschworene ablehnen.
Omar Benchamsy war am Morgen des 15. Oktober 2021 in dem Eupener Café „A ge Pömpke“ mit einem Messer auf die Betreiberin, eine Bedienung und Gäste losgegangen. Zwei Menschen kamen dabei ums Leben, fünf weitere wurden lebensgefährlich verletzt. Prozessauftakt ist am kommenden Montag. Es sind fünf Verhandlungstage angesetzt. (sue)

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