Eine erste Schulung fand 2003 mit Unterstützung der Mainzer „Stiftung Lesen“ statt, blickt das Medienzentrum in einer Pressemitteilung zurück. Weiter heißt es dort: Themen waren u.a. Leseübungen, Tipps zum Bearbeiten von Texten oder der Einsatz von Stimme und Körper.
Zwanzig Jahre später sind immer noch mehr als 20 Männer und Frauen als Lesepaten aktiv. Sie lesen in Kindergärten und Primarschulen, in Bibliotheken und Senioreneinrichtungen, in Kinderkrippen, in Kelmis, Eynatten, Eupen und in der Eifel- fast überall wo es gewünscht wird, drinnen und draußen. Die jüngste ist 27 Jahre, der älteste 80 Jahre alt. Einige sind bereits seit dem Start dabei und lesen immer noch mit Begeisterung vor. Lesepatin Uschi Biegmann blickt auf 20 Jahre Einsatz in der Schule zurück:
“Damals zu Beginn bat ich die Schule, mir Themen fürs Vorlesen aufzuschreiben. Ich erhielt eine Liste mit Aussagen, die auch heute noch zutreffen, wie Vertrauen, Mitleid, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Überheblichkeit und vieles mehr. Dieses handgeschriebene Notiz-Blättchen nutze ich heute noch! Die Jungs und Mädels der ersten Jahre sind jetzt gestandene Frauen und Männer und trotzdem werde ich noch regelmäßig begrüßt als Lesetante, Leseomi oder einfach mit “Hallo Uschi!” Als mir vor einiger Zeit doch der Gedanke ans Aufhören kam, begegnete ich im Wald den Kindern einer Klasse vom vorigen Schuljahr. Mit strahlenden Augen begrüßten sie mich und riefen „kommst du jetzt bald wieder?“. Da entschied ich, auf jeden Fall weiterzulesen.”
Als Dankeschön für ihr ausdauerndes ehrenamtliches Engagement lud das Medienzentrum die Lesepaten zu einem geselligen Beisammensein ein.Zur Einstimmung sprach Christine Kranz, Referentin für Leseförderung an der renommierten Mainzer „Stiftung Lesen“, mit den Gästen darüber, weshalb Vorlesen weiterhin wichtig ist. Im Gepäck hatte sie zudem nützliche Tipps für Vorlesende und Empfehlungen, welche Bücher sich eignen. Im Anschluss wurden die Lesepaten mit einem Essen verwöhnt und hatten die Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen.
Der Einstieg in das Projekt „Lesepaten“ ist jederzeit möglich. Besonders für die südlichen Gemeinden werden aktuell Lesepaten gesucht. Wer sich für den Einsatz als Lesepate/Lesepatin interessiert, kann sich unverbindlich bei Anne Sophie Haveneth im Medienzentrum informieren.
Das Medienzentrum begleitet die Lesepaten, bringt bei Bedarf Leser und Anfragende miteinander in Kontakt und bietet regelmäßig interessante Fortbildungen an, an denen die Lesepaten teilnehmen können.
Ihr Einsatzgebiet suchen sich die Lesepaten selbst aus. Manche lesen privat vor, andere ausschließlich bei öffentlichen Veranstaltungen, wieder andere in festen Rhythmen in bestimmten Einrichtungen. So bieten zum Beispiel drei Lesepatinnen seit neuestem jeden Monat offene Lesungen im Medienzentrum an. (red/kupo)

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