Terrormiliz IS reklamiert Anschlag in Brüssel für sich

<p>Absperrband der Polizei markiert den Tatort in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek.</p>
Absperrband der Polizei markiert den Tatort in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek. | Foto: James Arthur Gekiere/belga

Ein Kämpfer des IS habe die Attacke im Umfeld eines Fußballspiels verübt und dabei zwei „Christen“ getötet, hieß es in der Mitteilung. Derweil wurde die Terrorwarnstufe für Brüssel wieder gesenkt.

Am Montagabend hatte ein bewaffneter Mann in Brüssel, wo das Länderspiel Belgien gegen Schweden ausgetragen wurde, zwei schwedische Fußballfans getötet. Der mutmaßliche Täter, der 45-jährige Tunesier Abdesalem Lassoued, wurde am frühen Dienstagmorgen von der Polizei in der Gemeinde Schaerbeek erschossen. Zuvor hatten die Ermittler die ganze Nacht nach dem 45-jährigen abgelehnten Asylbewerber aus Tunesien gefahndet.

Als Grund für die Tat nannte der IS einen Aufruf der Gruppe, gegen Staatsangehörige der US-geführten Militärkoalition in Syrien zu kämpfen. Schweden hatte im Irak kurdische Truppen im Kampf gegen den IS ausgebildet. Die Terrormiliz hatte in der Vergangenheit weite Gebiete in Syrien und dem benachbarten Irak beherrscht. Trotz des 2019 verkündeten militärischen Siegs über den IS sind dessen Zellen weiterhin im Land aktiv und verüben Anschläge.

Terrorstufe für Brüssel wieder gesenkt

Die Ermittler zogen als Motive für die Tat einen radikal islamistischen Hintergrund und die schwedische Staatsangehörigkeit der Opfer in Betracht. In diesem Jahr hatten Aktivisten in Schweden und später auch in Dänemark mehrmals Koran-Exemplare verbrannt und damit wütende Reaktionen unter Muslimen ausgelöst. Mindestens eines der Opfer soll ein schwedisches Fußballtrikot getragen haben.

Derweil wurde die Terrorstufe für die belgische Hauptstadt wieder gesenkt. Man gehe derzeit nicht von einem Netzwerk, sondern einem Einzeltäter aus, teilte Premierminister Alexander De Croo (Open VLD) am Dienstag mit. Nach den tödlichen Schüssen war für Brüssel die höchste Terrorstufe ausgerufen worden. Nun soll für die Hauptstadt nur noch die zweithöchste Stufe gelten – so wie für das restliche Land. (dpa/belga/calü)

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