Die Beweggründe ihrer Entscheidung sind demnach politischer Natur: „Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mit zu vielen Dingen, die heute in der Politik passieren, in Konflikt stehe, um weiterhin glaubwürdig dieses Amt auszuüben. Da teile ich den Frust vieler Bürger, die die Komplexität und die Behäbigkeit unserer Institutionen kritisieren. Wir stehen als Gesellschaft vor nie dagewesenen Herausforderungen und da brauchen wir aufrichtige Kommunikation mit den Bürgern, starke Parlamente, effiziente Verwaltungen und parteiübergreifende, konstruktive Zusammenarbeit. Stattdessen wird meiner Ansicht nach aktuell viel zu viel Zeit und Energie darauf verschwendet, sich gegenseitig Steine in den Weg zu legen oder sich selbst ins rechte Licht zu rücken“, sagt Anne Kelleter in der Pressemitteilung. Sie fügt hinzu: „Die Demokratie ist eine der größten Errungenschaften unserer Gesellschaft. Leider wird die Realität unserer politischen Institutionen diesem Ideal zu oft nicht mehr gerecht.“ Sie habe immer versucht, „mein Mandat nach bestem Wissen und Gewissen auszufüllen. Ich denke, dass ist mir meistens auch gelungen. Ich bin sehr stolz auf die Dinge, die ich bewegen konnte und ich bereue diese Erfahrung keinesfalls - im Gegenteil, ich kann nur jedem Bürger ans Herz legen, sich politisch zu engagieren, sich selbst ein Bild zu machen und einen Teil zur Notwendigen Veränderung in der Politik beizutragen“, teilte die 33-Jährige weiter mit. „Ganz wichtig ist mir, mich bei allen Menschen innerhalb und außerhalb von Ecolo zu bedanken, die mich unterstützt, konstruktiv kritisiert und in irgendeiner Art begleitet haben. Die zahlreichen Begegnungen waren die größte Bereicherung meines Mandates und dafür bin ich sehr dankbar.“
Die damalige BRF-Journalistin Anne Kelleter war im Jahr 2019 eher unverhofft als Spitzenkandidatin für Ecolo bei den Regionalwahlen im zweisprachigen Wahlkreis Verviers angetreten. Hintergrund war der kurzfristige Wechsel der ursprünglichen Spitzenkandidatin Christine Mauel zu den Liberalen der MR. (red/sc)
Mehr zu diesem Thema lesen Sie in einem Gespräch mit Anne Kelleter, das wir in einer späteren Ausgabe veröffentlichen werden.

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