Die Welt wird in den kommenden Tagen nach und nach erfahren, wer in diesem Jahr mit den prestigeträchtigen Nobelpreisen ausgezeichnet wird. Zum Beginn des alljährlichen Preisreigens werden am Montag die diesjährigen Preisträger in der Kategorie Medizin gekürt. Frühestens um 11.30 Uhr will die Nobelversammlung des Stockholmer Karolinska-Instituts den oder die Auserwählten in der ersten von insgesamt sechs Preiskategorien verkünden, ehe in der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften am Dienstag und Mittwoch die Bekanntgaben in Physik und Chemie anstehen. Im vergangenen Jahr war der Medizin-Nobelpreis an den in Leipzig arbeitenden schwedischen Evolutionsforscher Svante Pääbo gegangen. Er wurde damit für seine Erkenntnisse zur menschlichen Evolution ausgezeichnet.
Traditionell stellen die wissenschaftlichen Nobelpreise den Anfang der Bekanntgaben dar. Danach wird am Donnerstag der diesjährige Literaturnobelpreisträger verkündet, ehe am Freitag der Friedensnobelpreis folgt, der als einziger der Preise in Oslo bekanntgegeben wird. Zurück in Stockholm rundet die Bekanntgabe in der Kategorie Wirtschaftswissenschaften den Nobelpreis-Reigen am darauffolgenden Montag ab. Wer die Auszeichnungen erhält, ist vorab stets ein großes Geheimnis: Die Namen der Nominierten werden traditionell für 50 Jahre geheim gehalten.
Die Nobelpreise gehen auf das Testament des Dynamit-Erfinders und Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) zurück. Sie sollen diejenigen ehren, die der Menschheit in den einzelnen Kategorien im vorangegangenen Jahr den größten Nutzen erwiesen haben. Die zeitliche Vorgabe beachten die Vergabe-Institutionen meist nicht so genau. 1901 wurden die ersten Nobelpreise verliehen, Ende der 1960er Jahre kam dann die Auszeichnung in Wirtschaftswissenschaften hinzu. Bis heute wurde der Preis kategorieübergreifend 954 Persönlichkeiten und 27 Organisationen zugesprochen - manche von ihnen erhielten ihn sogar mehrmals.
Die wissenschaftlichen Nobelpreise gehen dabei häufig an mehrere Preisträger gleichzeitig, die zum Beispiel zum selben Thema geforscht haben - sie teilen sich das Preisgeld dann. Apropos Preisgeld: Das wurde in diesem Jahr auf elf Millionen schwedische Kronen pro Kategorie heraufgesetzt. Das sind eine Million Kronen mehr als in den Vorjahren. Diese Zunahme sei finanziell machbar, hatte die Nobelstiftung Mitte September mit Blick auf ihre eigene Finanzlage angekündigt. Umgerechnet entspricht diese Summe nach jüngstem Kurs rund 950.000 Euro. In Empfang nehmen können die Preisträgerinnen und Preisträger die prestigeträchtigen Nobelmedaillen und -diplome dann traditionell am 10. Dezember, dem Todestag von Nobel. (dpa/sc)

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