CSP kritisiert: Doch keine Betriebskrippe im East Belgium Park

<p>Archivbild aus dem East Belgium Park</p>
Archivbild aus dem East Belgium Park | Foto: David Hagemann

„Ein enttäuschender Rückschlag für Familien und Unternehmen, die sich auf die Regierung verlassen haben und ein Rückschritt für den Wirtschaftsstandort Ostbelgien. Die Absage der Betriebskrippe gründet in einer Vielzahl von Risiken und Gefahren für eine Kinderbetreuung am angedachten Standort: Schlechte Luftqualität bei gleichzeitig hoher Feinstaubbelastung, Lärmbelästigungen durch die benachbarte Industrie und den dazugehörenden Schwerlasttransport, potenzielle Belastungen durch Abfallprodukte, wie Schweißrauch, Metall- oder Holzstaube, erhöhte Brand- und Explosionsgefahr durch in der Nähe gelagerte Chemikalien, und, und, und...“, schreibt die CSP in einer Pressemitteilung und fügt hinzu: „Plausible Gründe – aber mussten seit Ankündigung der Betriebskrippe wirklich fünf Jahre ins Land ziehen, um so offensichtliche Risiken zu erkennen? Und wie konnte Minister Antoniadis 2018 so tun, als sei die Betriebskrippe bereits beschlossene Sache?“, fragt die Oppositionsfraktion.

„Als CSP verstehen wir die Gründe zum Abbruch des Projekts natürlich vollkommen“, wird der Abgeordnete Colin Kraft in der Mitteilung zitiert. „Sicherheit, die Gesundheit und das Wohl der Kinder in der Kleinkindbetreuung genießen absolute Priorität, das steht nicht zur Diskussion. Umso mehr drängt sich die Frage auf, warum die offenkundigen Risiken erst jetzt, fünfeinhalb Jahre nach Minister Antoniadis Ankündigung, erkannt werden. Denn dass in einer Industrie- und Gewerbezone nun mal auch Industrie stattfindet, mitsamt allen dazugehörenden Emissionen, allem Lärm und Verkehr – Das liegt auf der Hand und darf nicht überraschen – in meinen Augen ein grober Managementfehler.“

Auf die Schaffung alternativer Betriebskrippen angesprochen, habe Ministerin Lydia Klinkenberg den PDG-Abgeordneten erklärt, dass ostbelgische Betriebe Betreuungsplätze für ihre Angestellten reservieren könnten. Da diese Option ohnehin schon bestehe, deute aktuell wenig auf die Planung einer alternativen Betriebskrippe hin. „Natürlich sind Ankündigungen, die im Nachhinein nicht eingehalten werden, stets große Enttäuschungen für alle Familien, Unternehmen und Arbeitgeber, die sich auf die Regierung verlassen haben“ so Colin Kraft.

„Zusätzlich zu diesen enttäuschten Hoffnungen stellt die Absage der Betriebskrippe aber auch einen Rückschritt für die Attraktivität unseres Standortes dar. Da fragt man sich schon, wie Ministerpräsident Oliver Paasch Ostbelgien denn zum ‚höchsten Deckungsgrad in der Kinderbetreuung auf EU-Ebene’ verhelfen möchte, wenn seine Regierungskollegen erst großspurig Versprechungen machen, die sich Jahre später in Wohlgefallen auflösen…„ Die 2022 noch von Paasch zum Ausdruck gebrachte Ambition, in Ostbelgien eine flächendeckende Kinderbetreuung zu gewährleisten, habe sich inzwischen ebenfalls erledigt.

„Eine insgesamt sehr enttäuschende Situation, sowohl für die Familien als auch die Unternehmen und den Standort Ostbelgien insgesamt“, so die CSP. (red/sc)

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