Da schien es doch glatt, als würde Prinz Marco I. (Reul) seine Versprechen brechen und seine Beziehung zu den Herren des Wetters nicht prinzlich genug zu sein. Denn beim Traditionszug hatte er fest zugesagt: „Es regnet nicht!“. Doch als es losgehen soll, schüttet es wie aus Eimern. „Wir waren heute Morgen ganz schön angespannt“, gesteht die Tollität. Doch sei es, weil Marco ganz oben ein Machtwort gesprochen hat oder sei es, weil man bei höherer Instanz den KeNeHeMo-Karneval einfach gerne hat, um 13.30 Uhr ist es trocken, und der Zug kann starten.
Dennoch, die Regenzeit vor dem Zug ist keinesfalls verplemperte Zeit. Das Kinderkarnevalskomitee Hergenrath schüttet noch Wurfmaterial in den Wagen, andere trinken ihr Bierchen oder lassen sich Bouletten und anderes kommen.

Die Hauseter KG Johnnie Walker hat vielleicht nicht den größten oder prachtvollsten Wagen des Zuges, aber mit Sicherheit den gemütlichsten. Im Wagen ist ein richtiger Thekenraum mit Tresen und Bänken verbaut, wo sich jeder Regen bei bester Stimmung überleben lässt.
Die Jöhl Fischer haben sich perfekt auf die Regenpause vorbereitet und sich gleich ein Schiff gebaut. Wenn man die in ihren Friesennerzen sieht, könnte man sie glatt für Einwohner von Fedderwardersiel halten, allerdings halten sie die zwanzigfache Wortfrequenz des durchschnittlichen Ostfriesen. Bei den „Lustigen Brüdern“, die ganz klassisch als Indianer unterwegs sind, liegt eine Rothaut vorne im Kanu, die eindeutig zu viel Feuerwasser genippt hat.
Kreativ auch der Wagen der „Les Haveux“. Die Hombourger haben sich den herrlichen Film „Nichts zu verzollen“ (Rien à déclarer) zum Vorbild genommen. Aus dem Fenster des Zollautos schauen auch Benoît Poelvoorde und Dany Boon in Zolluniform. Und als dann der Zug losgeht, marschieren nicht nur charmante Zöllnerinnen als Fußgruppe, sondern auf dem Wagen wackelt die Schranke.
Dann endlich geht es los: Polizei, Karnevalspolizei und Bel RTL setzen sich in Marsch, und der Zug geht los. Man merkt, viele Gruppen haben die Regenpause zum Tanzen genutzt oder sind nach der Stunde Wartezeit einfach heiß drauf, endlich auf der Straße zu tanzen.
Auch der Kelmiser Kinderprinz Florian II. ist mit seinen „Grünen Dragonern“ im Zug. Die kleine Tollität dürfte wohl der Kaiser der Werfer sein. Wie ein Hagelschauer prasseln Kamellen, Spiele und was auch immer aus dem Prinzenwagen aufs Publikum herab.

Teilweise balgen sich die Kinder um das Wurfmaterial, aber meist geht es sehr friedlich zu. Der Wagen der KG Ulk droht einzustürzen, so mächtig wackelt er von den Sprüngen und Tanzschritten der neonfarbenen Jecken. Doch die haben so stabil gebaut, dass nichts passieren kann.
Aber es sind nicht nur die Wagen, es sind auch die Kostüme, die den KeNeHeMo-Zug zu etwas Besonderem machen. Geradezu elegant sehen die „falschen Prinzen“ vom „Wärme Schwärm“ aus. In halben Prinzenmützen in gesäumten und gestickten Mänteln irgendwo zwischen Louis XIV. und Piraten. Eine Gruppe aus Monzen geht als Pierot und macht auch gleich die passende Musik dazu. An den Regen eine Stunde vorher denkt niemand. Die Sonne scheint durch die Wolken, und die Stimmung ist so, wie es sich für Rosenmontag in KeNeHeMo gehört.
Inzwischen füllen sich die Zelte, und auch im Gemeindehaus macht man sich für den Vorbeizug des Zuges warm.
Und endlich ist das Spektakel vorbei, vorbei? Nicht ganz, denn die Jecken aus KeNeHeMo machen es den Eupenern nach und machen nach dem Zug erst einmal ordentlich Party mit Stimmungsgaranten wie Sven ohne Girls und Mike Nüchtern.






































































































































































Kommentare
Kommentar verfassen
0 Comment
Sie müssen angemeldet sein, um zu kommentieren.
AnmeldenRegistrieren