Ecolo fordert Verbesserung der Ferientaktung

<p>Ecolo fordert eine ausgewogenere Schulferientaktung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.</p>
Ecolo fordert eine ausgewogenere Schulferientaktung in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. | Illustrationsbild: dpa

„Warum takten wir das Schuljahr eigentlich nicht besser?“, fragt Andreas Jerusalem in einer Mitteilung und fügt hinzu: „Ab jetzt gibt es während der 16 Schulwochen bis Weihnachten für die Kinder und Jugendlichen eine Woche Allerheiligenferien zum Verschnaufen. Das macht doch keinen Sinn.“

Doch nicht nur der Einstieg in das Schuljahr sei von einer zu langen Lernphase geprägt, sondern auch das Ende des Schuljahres, beklagt er: „Und wieder einmal endet das Schuljahr mit elf vollen Schulwochen. Das können wir doch nicht ernst meinen.“ Veränderungen in der aktuellen Regelung seien dringend notwendig, insbesondere wenn man das im Vergleich zur neuen Regelung in der Französischen Gemeinschaft berücksichtige.

Zur Erinnerung: Seit dem aktuellen Schuljahr gibt es in der Französischen Gemeinschaft eine geänderte Ferientaktung. Auf sieben Wochen Unterricht folgen zwei Wochen Ferien – ein 7-2-Rhythmus, der unter anderem auch von Ecolo als möglicherweise effektiver betrachtet wird.

In diesem Zusammenhang kritisiert Andreas Jerusalem die DG-Regierung für ihre vermeintlicheUnwilligkeit, einen echten Dialog mit den anderen Gemeinschaften zu führen: „Eine Evaluation soll nun zeigen, wie der neue 7-2-Rhythmus greift und wo gegebenenfalls nachgebessert werden soll. Die Interessen der DG hätten dabei berücksichtigt werden können, aber die Regierung wollte nicht am Tisch sitzen“, so der grüne Abgeordnete.

Dass außerdem kein Dialog mit der flämischen Regierung stattgefunden habe, sei für ihn unverständlich. „Eine flämische Regelung aus dem Jahr 2001 geht völlig an der Schülerrealität vorbei, weil sie zu einer absurd langen Phase am Ende des Schuljahres führt. Dennoch fahren wir gemütlich im flämischen Fahrwasser mit, ohne diese Regelung zu hinterfragen. Wieso?“, fragt Andreas Jerusalem. Hinsichtlich eines von der Regierung angekündigten „chronobiologischen Gutachtens“ äußert er sich skeptisch. Dieses soll Erkenntnisse bringen darüber, wie Schultag und Schuljahr optimiert werden können. Also wie der Tages- und Nachtrhythmus vom Schulrhythmus beeinflusst wird. „Mit diesem Gutachten werden wir immer wieder vertröstet, wenn es um das Thema geht“, beklagt Andreas Jerusalem.

Bis wann die Erkenntnisse vorliegen würden, sei bislang nicht bekannt. „Die eigentliche Initiative ist lobenswert, die Kommunikation dazu ist es aber nicht.“ Er kritisiert, dass es keine Informationen zu dem Gutachten gebe: Niemand wisse, was genau beleuchtet oder wie getestet werde. Ebenso wenig, mit wem überhaupt geredet werde für dieses Gutachten. Die zurückliegenden Sommerferien hätten wieder einmal gezeigt, woran es hakt: „Die Kleinsten müssen sich motorisch wieder neu auf das Schreiben einstellen, Lesefertigkeiten sowie Kopfrechnen und das Alphabet sind über den Sommer abgeflacht. Wenn diese Ferienphase gekürzt und die Ferien deshalb besser auf das Schuljahr verteilt werden, schlagen wir zwei Fliegen mit einer Klappe: weniger Vergessen während der langen Ferien und mehr Erholung im Laufe des Schuljahres – übrigens für Schüler- und Lehrerschaft“, stellt Andreas Jerusalem fest.

Das gute Wetter im Sommer als Argument für längere Ferien in dieser Zeit lässt er nicht gelten: „Es gibt tolle goldene Herbstmonate und verregnete Sommer. Frühling um Karneval und Winter um Ostern. Darauf haben wir keinen direkten Einfluss. Aber ob erschöpfte Kinder verschnaufen können, haben wir in der Hand“.

Abschließend fordert er, sich nicht nach dem Mondkalender, sondern am Biorhythmus der Kinder für die Festlegung der Ferienzeiten zu richten: „Bei aller bewussten und gutgeheißenen Rücksichtnahme auf Karneval und Ostern, der erste Frühlingsvollmond darf uns doch nicht wichtiger sein, als das Wohlergehen unserer Kinder und Jugendlichen.“ (red/kupo)

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