Ob Schuluniformen möglicherweise schon ab kommendem Jahr verpflichtend werden, wollte der Minister nicht sagen. „Ich bin mir nicht sicher, ob dies eine Wunderlösung ist, mit der sich alle Probleme der Schule lösen lassen, aber sie ist es wert, getestet zu werden.“
Parallel zum Vorstoß in Sachen Schuluniform hatte der Bildungsminister zum Start des neuen Schuljahrs das Tragen von Abayas verboten. Dabei handelt es sich um traditionell von Frauen in islamischen Ländern getragene knöchellange Gewänder. Ebenso tabu ist in französischen Schulen nun das Tragen des entsprechenden Überwurfs für Männer, des Qamis. Attal stützt sich dabei auf das seit langem geltende Verbot von sichtbaren religiösen Symbolen an Schulen in dem auf Laizität, also die strikte Trennung von Staat und Religion, bedachten Frankreich.
In den vergangenen Monaten hätten Verstöße gegen die Laizität an Schulen stark zugenommen. Häufig sei es um das Tragen von Abayas gegangen, sagte Attal. Schon seit einer Weile sind die Gewänder Diskussionsstoff in Frankreich. Kontrovers diskutiert wird, ob es sich um ein religiöses Symbol oder schlicht um ein Kleidungsstück handelt. Zum Start des Verbots solle mit Schülerinnen und deren Eltern geredet werden. Später sollen dann Disziplinarmaßnahmen drohen, wenn gegen das Verbot verstoßen wird - welche konkret wurde nicht gesagt.
Der Minister kündigte außerdem eine Erleichterung für die vielen Schüler an, die unter schweren Schulranzen ächzen. Geprüft werden müsse, was die Kinder tatsächlich täglich mitnehmen müssten, wo auf digitale Medien zurückgegriffen werden und welches Material in der Schule aufbewahrt werden könne. Das Gewicht der Ranzen solle von durchschnittlich acht auf vier Kilo reduziert werden, sagte Attal dem Sender M6. (dpa/svm)

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