In einer Zeit, in der eine Krise die andere jagt, sei es wichtig, die Gottesmutter Maria zu bitten, unseren Glauben zu stärken, betonte der aus Wirtzfeld stammende Rektor des Erscheinungsortes, Leo Palm. Er verglich den Glauben mit einer „Pfahlwurzel“, die tief in die Erde eindringt. "Verankern auch wir uns fest in Gott, damit die Krisen uns nicht aus der Bahn werfen."
Reisebusse waren seit den frühen Morgenstunden unterwegs, um die Pilger in den Eifelgemeinden „einzusammeln“. In den letzten Jahren ist allerdings verstärkt der Trend festzustellen, dass immer mehr Gläubige aus Ostbelgien an diesem Tag mit Privatwagen anreisen. Ab halb zehn Uhr trudelten sie dann nach und nach in Banneux ein. Viele unter ihnen suchten gleich die Quelle auf, tauchten die Hände ins Wasser, eine Geste, die jeder Pilger in Banneux tut, oder sie sprachen ein stilles Gebet.
In Banneux hat Maria nach katholischem Verständnis die kleine Seherin Mariette Beco, die sie zu einer Wasserlache am Straßenrand zwischen Banneux und Tancrémont führte, zu dieser simplen Geste eingeladen: „Tauche deine Hände ins Wasser!“ Seit 1933 sind in diesem Sinne Millionen von Pilgern dem Ruf der „Jungfrau der Armen“ gefolgt. Sie machten sich auf den Weg zur Quelle von Banneux, um hier Wasser zu schöpfen.

Banneux-Rektor Leo Palm freute sich, in diesem Jahr wieder zahlreiche Pilger aus seiner ostbelgischen Heimat in Banneux begrüßen zu dürfen. Der 69-jährige Seelsorger, der vor 35 Jahren in Lüttich zum Priester geweiht und vor 15 Jahren zum Rektor des Pilgerortes berufen wurde, ging - wie gewohnt - sehr ansprechend und bildhaft auf das Jahresthema ein: „Führe uns zu Jesus, Quelle der Gnaden!“.
Am Tag der Ostbelgien-Wallfahrt fand sich unter der Leitung von Clemens und Anita Peters aus Amel sowie Hermann Josef und Wilma Theissen aus Recht bereits zum 21. Mal um 7 Uhr in der Frühe auch eine Gruppe von 21 Personen in La Reid ein. Unter freiem Himmel und in der Natur war es für die Teilnehmer eine ideale Alternative, um den Alltag hinter sich zu lassen. Unter dem diesjährigen Leitgedanken „Mit Maria auf dem Weg“ machten sich die Pilger auf den Weg und versammelten sich mit den Bus- und Autopilgern in der großen Wallfahrtskirche.
Der Gebetsweg am Nachmittag, der von Kardinal Gottfried Danneels, dem ehemaligen Primas von Belgien, initiiert wurde, fand auf dem Weg vom Garten vor dem Haus Beco bis zur Quelle statt. Er erinnert an den Weg, den Maria die Seherin geführt haben soll. Neben dem Gottesdienst am Vormittag unter der Leitung von Eupens Dechant Helmut Schmitz, an dem mehrere Priester aus Ostbelgien teilnahmen, und der Krankenandacht mit Bischofsvikar Emil Piront, assistiert seit 2009 von Marlene Backes, war der Gebetsweg zweifellos ein Höhepunkt des Pilgertages. Emil Piront und Christian Halleux begleiteten die Pilger an der Orgel.
Als die ostbelgischen Pilger gegen 16.45 Uhr das Sanktuarium in Banneux wieder verließen und viele bei der Heimfahrt ihren eigenen Gedanken nachhingen, wurde es still in dem Marienort. Damit ging ein Tag zu Ende, der die ostbelgischen Christen zusammenführen und den Glauben und das Vertrauen in der derzeitigen kirchlichen Umbruchsituation stärken wollte.

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