Impfteams sollen dafür vier Tage lang in einem Großteil der Provinzen durch Städte und Dörfer ziehen, um die Schutzimpfung zu verabreichen, wie ein Koordinator des von den militant-islamistischen Taliban geführten Gesundheitsministeriums am Montag sagte. Im Landesnorden verzögert sich die Kampagne demnach zunächst.
Polio, auch Kinderlähmung genannt, ist eine ansteckende Infektionskrankheit, die Lähmungen auslösen und zum Tod führen kann. Vor allem bei Kleinkindern kann das Virus dauerhafte Lähmungen hervorrufen. Verbreitet wird es oft über verunreinigtes Wasser. Eine Heilung gibt es bisher nicht.
Die Krankheit ist im Zuge von Impfkampagnen in den meisten Ländern der Welt ausgerottet worden. Afghanistan zählt wie auch Pakistan zu den wenigen Ländern, in denen es noch regelmäßig zu Erkrankungen mit dem Wildtyp des Erregers kommt.
In der Vergangenheit wurden Impfteams in Afghanistan immer wieder angegriffen. Extremisten verbreiten zudem Verschwörungstheorien über angebliche Nebenwirkungen. Vor ihrer Machtübernahme vor zwei Jahren hatten die Taliban in von ihnen kontrollierten Gebieten die Impfungen noch verboten. Die UN verhandelte jedoch erfolgreich eine Wiederaufnahme des Impfprogramms. (dpa/calü)

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