VSZ warnt vor Investment-Angeboten in sozialen Medien

<p>Mit kleinen Investitionen soll laut Werbeanzeigen auf Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram ein passives Einkommen möglich sein. Aber Vorsicht: Die Investment-Angebote sind unseriös und Sie können viel Geld verlieren.</p>
Mit kleinen Investitionen soll laut Werbeanzeigen auf Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram ein passives Einkommen möglich sein. Aber Vorsicht: Die Investment-Angebote sind unseriös und Sie können viel Geld verlieren. | Illustration: dpa

Geld vermehrt sich meistens nicht von alleine. Doch besonders in den sozialen Medien häufen sich Angebote, die genau das behaupten: schnelles Geld ohne zu arbeiten. Das soll mit kleinen Investitionen auf Facebook und Instagram möglich sein, schreibt die Verbraucherschutzzentrale. Auch die belgische Finanzaufsichtsbehörde FSMA warnt in einem Bericht vor diesen Handels- und Schulungssoftwares, die hauptsächlich für den Handel mit Devisen und Kryptowährungen bestimmt seien. Üblicherweise als „MLM“ (Multi-Level-Marketing) bezeichnet, würden die Verbraucher dazu angehalten, neue Mitglieder zu werben.

Im Gegenzug erhielten sie eine Belohnung in Form einer Provision oder eines Rabatts auf den Preis eines Softwarepakets oder des Abos. Die FSMA stellt fest, dass solche MLM-Netzwerke in den sozialen Medien über zahlreiche (private) Gruppen sehr aktiv seien. „Tatsächlich besteht der einzige Zweck darin, für ein bestimmtes MLM-Produkt zu werben und neue Mitglieder anzulocken“, schreibt die VSZ in einer Mitteilung.

Sie zielten vor allem auf ein junges Publikum ab. In den sozialen Medien kursierten reihenweise Fotos von jungen Menschen mit protzigen Autos oder Luxusvillen. „Die Botschaft lautet dann, dass sich jeder einen solchen Lebensstil leisten kann, sofern er genügend neue Mitglieder anwirbt und die richtige Investition in die beworbene Software tätigt.“ In den dazugehörigen Beschreibungen erklärten die Betrüger, wie sie ihr Geld verdient haben: online, fast ohne etwas dafür zu tun. Häufig räumten sie ein, dass sie selbst natürlich zuvor an der Methode gezweifelt hätten, betonten dann aber, alles sei wirklich ganz einfach und funktioniere. Wer dann noch nicht überzeugt ist, solle es doch einfach mal ausprobieren.

„Die Beiträge zu den Angeboten werden oft von einer Vielzahl anderer Personen kommentiert. Obwohl diese Kommentare fast ausnahmslos von Fake-Profilen stammen, kann schnell der Eindruck entstehen, dass andere mit der Methode Erfolg hatten. Je mehr positive Rückmeldungen oder Bewertungen ein Beitrag oder eine Seite hat, desto wahrscheinlicher erscheint es, dass es sich um eine seriöse Investitionsmöglichkeit handelt.“ Ist der Erstkontakt geglückt, möchten die Betrüger in der Regel in einer privaten Gruppe weiter mit ihren Opfern kommunizieren. Dafür erstellen sie Gruppen bei Messenger-Diensten wie beispielsweise WhatsApp, weil dies (werbe)rechtlich nicht geprüft werden kann.

In den Unterhaltungen mit den Gruppenmitgliedern werde weiter geworben. Bilder von anderen sollen den Erfolg der Methode beweisen. Dahinter stecke ein weiterer psychologischer Trick: Die Betrüger übten Druck auf ihre Opfer aus. Denn je mehr Leute die Methode verifizieren, desto wahrscheinlicher erscheine sie. „Und sollte es tatsächlich möglich sein, so leicht an Geld zu kommen, möchte das natürlich niemand verpassen. Alle Nachrichten zielen aber eigentlich nur auf eines ab: Sie sollen eine erste Investition tätigen. Anfangs wird in der Regel nur ein kleines Startkapital gefordert und es lassen sich bei den einen oder anderen auch leichte Gewinne verzeichnen. Doch nach kurzer Zeit sinkt der Preis der Rendite deutlich, bis am Ende gar nichts mehr übrig ist“, schreibt die VSZ.

Die FSMA weise darauf hin, dass die über die Software zugänglichen Anlagen häufig keiner Finanzaufsicht unterliegen. So hat zum Beispiel die angebliche Bildungsplattform MarketPeak keine Lizenz, um in Belgien Finanzdienstleistungen oder -produkte anzubieten. Ist das Opfer einmal im Portal aktiv geworden, erhält es in vielen Fällen Anrufe von „Profi-Tradern“. Diese möchten es angeblich auf Ihrem Weg zum Reichtum unterstützen und ihm erklären, wie es sein Geld noch besser investieren könnte. Tatsächlich sollen die Anrufer das Opfer aber nur dazu bewegen, immer mehr Geld zu investieren. Versucht das Opfer sich gegen die Masche zu wehren, stellt es in der Regel fest, dass alle Profile und Webseiten der Anbieter im Ausland, wie zum Beispiel in den Vereinigten Arabischen Emiraten (Dubai), registriert sind. Das macht es besonders schwierig rechtliche Schritte einzuleiten. Wo die Firmen der Webseiten registriert sind, ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen; trotzdem sollte der geprellte Verbraucher im Impressum nachschauen. Fehlt das Impressum, erhöht sich der Verdacht des Betruges enorm.

Was kann der Verbraucher tun, um sich zu schützen?

- Prüfen Sie, ob die Internetseite mit der beworbenen Schulungssoftware oder Handelsplattform ein Impressum besitzt. Tut sie dies nicht, sollten Sie dort kein Geld einzahlen.

- Die belgische Finanzaufsichtsbehörde FSMA warnt vor Geschäften mit Handelsplattformen und Schulungssoftware, die ohne Erlaubnis in Belgien agieren. Dies kann auf der Website der FSMA geprüft werden: www.fsma.be/fr

- Werden Sie kontaktiert, ohne zuvor Interesse an Kryptowährungen gezeigt zu haben, sollten Sie misstrauisch sein.

- Haben Sie Geld überwiesen und es sind erst wenige Stunden nach der ersten Überweisung vergangen, sofort die Bank kontaktieren und versuchen, die Überweisung zu widerrufen.

- In der Regel hat der Verbraucher über Kreditkarte oder Paypal bezahlt. Sofort versuchen, die Zahlung wegen Betrugs zu stoppen.

- Unter keinen Umständen mehr Geld investieren – auch nicht, wenn weitere überzeugende Argumente vorgebracht werden.

- Das Opfer sollte Screenshots von der Kommunikation mit den Anbietern machen und diese als Beweise sichern.

- Sollten Sie einem Betrug aufgesessen sein, sofort Anzeige bei der Polizei erstatten.

- Den Betrug bei der Meldestelle des föderalen Wirtschaftsministeriums melden: https://meldpunt.belgie.be/meldpunt/ (red/sc)


Quellen: Verbraucherzentrale NRW, Financial Services and Markets Authority (FSMA)

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