Weitere 30 Opfer des Völkermords von Srebrenica beigesetzt

<p>Eine bosnisch-muslimische Frau trauert neben dem Grab eines Verwandten, der dem Völkermord von Srebrenica zum Opfer gefallen war, im Gedenkzentrum in Potocari, Bosnien.</p>
Eine bosnisch-muslimische Frau trauert neben dem Grab eines Verwandten, der dem Völkermord von Srebrenica zum Opfer gefallen war, im Gedenkzentrum in Potocari, Bosnien. | Foto: Armin Durgut/AP

An der Trauerfeier in der Gedenkstätte Potocari bei Srebrenica nahmen am Dienstag Tausende Menschen aus ganz Bosnien-Herzegowina teil, berichtete das Nachrichtenportal „klix.ba“. Die Gebete für die Toten sprach das Oberhaupt der islamischen Gemeinschaft in Bosnien, Großmufti (Reisu-I-ulema) Husein Kavazovic.

Am 11. Juli 1995 hatten bosnisch-serbische Truppen die muslimische Enklave Srebrenica im Osten Bosniens eingenommen. In den darauffolgenden Tagen ermordeten sie 8.000 muslimische Männer und Jugendliche, die sie gefangen genommen hatten oder die ihnen kampflos in die Hände gefallen waren. Tausende Frauen und Kinder deportierten sie in das von der bosnischen Armee kontrollierte Gebiet.

Das Kriegsverbrecher-Tribunal für Ex-Jugoslawien (ICTY) in Den Haag bewertete die Gräueltaten von Srebrenica als Völkermord. Dessen maßgebliche Gestalter, den damaligen bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic, und den Kommandeur der bosnisch-serbischen Truppen, Ratko Mladic, verurteilte es zu lebenslangen Gefängnisstrafen.

Hunderte Opfer des Massakers von Srebrenica gelten immer noch als vermisst. Bei den jährlichen Gedenkfeiern werden jene Opfer beigesetzt, deren sterbliche Überreste im Jahr zuvor gefunden und identifiziert wurden. In diesem Jahr waren vier Minderjährige unter ihnen. Das jüngste Opfer war zum Zeitpunkt des Todes 15, das älteste 65 Jahre alt. Im Bosnien-Krieg (1992-1995) starben insgesamt rund 100.000 Menschen. (dpa/calü)

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