Weiter Kämpfe zwischen Israel und militanten Palästinensern

<p>Raketen werden aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert.</p>
Raketen werden aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert. | Foto: Mohammed Talatene/dpa

Die Kämpfe zwischen militanten Palästinensern im Gazastreifen und Israels Armee dauern trotz Bemühungen um eine Waffenruhe an. In der Nacht zu Donnerstag meldeten die israelischen Streitkräfte die gezielte Tötung eines weiteren hochrangigen Mitglieds der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen. Er soll der führende Kopf des Raketenprogramms der Gruppierung gewesen sein. Der Dschihad bestätigte den Tod. Nach palästinensischen Angaben kamen damit seit Beginn der Kämpfe rund zwei Dutzend Menschen im Gazastreifen ums Leben, darunter mehrere Frauen und Kinder. Im Grenzgebiet heulten am Morgen auf israelischer Seite erneut die Warnsirenen.

Mehrere ägyptische Medien hatten am Abend zuvor gemeldet, Ägypten habe erfolgreich eine Waffenruhe zwischen Israel und den Parteien im Gazastreifen vermittelt. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es aber von keiner der beteiligten Seiten. Neben Ägypten bemühten sich Berichten zufolge auch Katar und die UN um eine Feuerpause. Der Leiter der politischen Abteilung des Dschihads im Gazastreifen teilte mit, der Grund für ein Scheitern der Gespräche sei die Weigerung Israels, die Praxis der gezielten Tötungen einzustellen. Die Bemühungen gingen jedoch weiter.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte am Abend, Israel befinde sich noch immer mitten in dem Einsatz gegen den Dschihad. Er betonte, der Palästinenserorganisation „den schwersten Schlag seiner Geschichte versetzt“ zu haben.

<p>Palästinenser inspizieren ein zerstörtes Haus nach israelischen Angriffen in Beit Hanoun, nördlich von Gaza-Stadt.</p>
Palästinenser inspizieren ein zerstörtes Haus nach israelischen Angriffen in Beit Hanoun, nördlich von Gaza-Stadt. | Foto: Mohammed Talatene/dpa

Israels Luftwaffe hatte in den vergangenen Tage nach Militärangaben mehr als 150 Ziele im Gazastreifen angegriffen, darunter Waffenproduktionsstätten sowie eine Zentrale des Dschihads, von der aus die Gruppe Raketenabschüsse Israel geplant haben soll. Laut Gesundheitsministerium in Gaza wurden seit Dienstag 25 Menschen getötet und 70 verletzt. Bei mindestens 17 der Toten handelte es sich palästinensischen Angaben zufolge um Zivilisten.

Als Reaktion feuerten militante Palästinenser nach Angaben der israelischen Armee mehr also 500 Raketen auf Israel ab. Rund 360 davon überquerten demnach die Grenze. Auch im Großraum Tel Aviv waren am Mittwoch mehrfach Sirenen zu hören. Es war dort der erste Raketenalarm dieser Art seit August vergangenen Jahres. Einige Häuser im Süden des Landes wurden Berichten zufolge zerstört. Mehrere Menschen verletzten sich zudem auf dem Weg zu Schutzräumen. Laut Armee sollen im Gazastreifen vier zivile Opfer durch fehlgeleitete Dschihad-Raketen getötet worden sein. Unabhängig war dies zunächst nicht zu überprüfen.

Der neuerlichen Eskalation des Konflikts war die gezielte Tötung dreier ranghoher Mitglieder des Islamischen Dschihads durch Israel vorausgegangen.

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Tötung von Zivilisten. Er forderte Israel auf, den Verpflichtungen des humanitären Völkerrechts gerecht zu werden. Dazu gehörten unter anderem der Verzicht auf exzessive Gewaltanwendung sowie der Schutz von Zivilisten und ziviler Infrastruktur im bewaffneten Kampf. Israel vom Gazastreifen aus mit Raketen zu beschießen verstoße ebenfalls gegen das humanitäre Völkerrecht und gefährde das Leben unbeteiligter auf beiden Seiten, mahnte Guterres.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas und der Islamische Dschihad werden von den USA, der EU und Israel als Terrororganisationen eingestuft. Beide Gruppierungen haben sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben. (dpa/calü)

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