Eine sudanesische Ärzte-Organisation teilte am frühen Sonntagmorgen über Twitter mit, es gebe mindestens 56 zivile Todesopfer und Dutzende getötete Soldaten. Außerdem seien in Krankenhäusern und anderen Versorgungsstellen knapp 600 Verletzte gezählt worden, von denen Dutzende in Lebensgefahr schwebten. Die Organisation rief zu einer sofortigen Waffenruhe auf, um das Leben unschuldiger Menschen zu schützen und Verletzte behandeln zu können.
Hintergrund des Gewaltausbruchs ist ein Machtkampf zwischen Sudans Machthaber General Abdel Fattah al-Burhan und seinem Stellvertreter Mohammed Hamdan Daglo, Anführer der bewaffneten Rapid Support Forces (RSF). Der Konflikt in dem nordafrikanischen Land wuchs sich am Samstag binnen weniger Stunden zu einer Staatskrise mit Gefechten zwischen der Armee und der wichtigen paramilitärischen Gruppe aus. In der Hauptstadt Khartum gab es Berichten zufolge unter anderem Artilleriebeschuss, außerdem wurden Luftangriffe der sudanesischen Luftwaffe auf Stützpunkte der RSF gemeldet. Wer in Khartum zurzeit die Oberhand hat, ist unklar. (dpa/ag)

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