Auf Nachfrage des GrenzEcho reagierte das RZKB lediglich mit einer knappen Stellungnahme, die wir hier im Wortlaut veröffentlichen: „Seit vielen Jahren arbeitet der Verwaltungsrat sehr eng und konstruktiv mit der Regierung zusammen. Das Angebot der Kinderbetreuung wurde dank dieser guten Zusammenarbeit ausgebaut und neue Projekte wurden erfolgreich ins Leben gerufen.
Die anstehende Reform des RZKB ist für uns der richtige Weg, diese Zusammenarbeit fortzuführen! Deshalb möchten wir die geplante Reform zeitgerecht umsetzen und die Kinderbetreuung in Ostbelgien auch in Zukunft richtungsweisend gestalten.
Zahlreiche Partner im sozialen und wirtschaftlichen Sektor fordern weitere Projekte und es besteht ein hoher Bedarf an neuen Kinderbetreuungsstrukturen. Damit wir diesen Herausforderungen gerecht werden können, trotz des bestehenden Fachkräftemangels, mussten wir neue, innovative Wege einschlagen.
Der Verwaltungsrat hat beschlossen, mit einem vierköpfigen Direktionsrat die Neuorientierung in eine Einrichtung öffentlichen Interesses voranzutreiben und so die Interessen von fast 2.700 Kindern und 200 Mitarbeitenden in 92 Standorten zu vertreten.
Wir möchten ebenfalls explizit darauf hinweisen, dass der Verwaltungsrat für seine Tätigkeiten keinerlei Vergütung erhält. Die Mitglieder des Verwaltungsrates haben noch nie Sitzungsgelder, Fahrtentschädigungen oder sonstige Vergünstigungen erhalten.
Die Veröffentlichungen der letzten Tage werfen die Grundsatzfrage auf, welche im Dialog mit den politischen Parteien und ihren Vertretern zu erörtern gilt, ob die Trägerschaft von Gesellschaftsprojekten in Zukunft verstärkt beim Staat angesiedelt wird oder bei der organisierten Zivilgesellschaft bleibt.
Die langjährige Erfahrung und das Expertenwissen des Zentrums sind Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung der Reform.“
Die zuständige Ministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) hatte im Parlament erklärt, dass sie „die Kommunikation und die damit verbundene öffentliche Wahrnehmung im Zusammenhang mit der Kündigung persönlich sehr unglücklich“ empfinde. Die Kündigung soll aber keinen Einfluss auf den laufenden Reformprozess haben: Aus dem RZKB soll eine paragemeinschaftliche Einrichtung werden, und den konventionierten Tagesmüttern soll dann ein „Vollstatut“ mit einer vollständigen sozialen Absicherung ermöglicht werden. Heftige Vorwürfe in Richtung RZKB, vor allem mit Blick auf die Spitze der Einrichtung, hatte der ehemalige Ministerpräsident und PDG-Vorsitzende Karl-Heinz Lambertz (SP), der inzwischen als einfacher Abgeordneter im PDG tagt, im Ausschuss erhoben. Darauf geht das RZKB in seiner Stellungnahme in keiner Weise ein. (red/sc/svm)

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