Deutsche Klimaaktivisten blockieren Zufahrt zu besetztem Dorf

<p>Während die Polizei Vorbereitungen zur geplanten Räumung des Dorfes Lützerath trifft, bauen Aktivisten Barrikaden auf und stecken diese in Brand.</p>
Während die Polizei Vorbereitungen zur geplanten Räumung des Dorfes Lützerath trifft, bauen Aktivisten Barrikaden auf und stecken diese in Brand. | Foto: Henning Kaiser/dpa

„Die Polizei hat heute angekündigt, dass sie Barrikaden räumen wird, die wir aufgebaut haben, um das Dorf zu schützen“, sagte Julia Riedel, Sprecherin der Initiative „Lützerath lebt“. Ein Aktivist des Bündnisses „Letzte Generation“ hatte seine linke Hand auf der Zufahrtsstraße festgeklebt. Ein weiterer Aktivist saß auf einem dreibeinigen Hochstand. Ein Polizeisprecher sagte, die Räumung von Lützerath sei für Montag noch keinesfalls geplant. Gegebenenfalls müssten aber Zufahrtsstraßen freigeräumt werden, damit der Energiekonzern RWE mit seinen Baumaschinen durchkommen könne. Wie RWE mitteilte, wurden am Montag drei Landstraßen bei Lützerath dauerhaft gesperrt.

Das rund 50 Kilometer nordwestlich von Köln gelegene Lützerath soll zur Kohlegewinnung abgebaggert werden. In den Häusern, deren einstige Bewohner weggezogen sind, leben allerdings Aktivisten, die um den Ort kämpfen wollen. Für das Abbaggern und Verbrennen der Kohle sehen sie keine Notwendigkeit. Grundstücke und Häuser gehören aber dem Energiekonzern RWE. Dieser teilte mit, die Inanspruchnahme von Lützerath in diesem Winter sei notwendig, um inmitten der Energiekrise eine sichere Versorgung der Kraftwerke zu gewährleisten.

Deutschland hatte vor einigen Jahren den Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bis spätestens 2038 beschlossen. Für Nordrhein-Westfalen stimmte RWE einem Ende von Abbau und Verbrennung des klimaschädlichen Rohstoffes schon bis 2030 zu. Teil des Deals ist aber, dass Lützerath wie geplant weichen muss. Deutschland verfügt über gewaltige Braunkohlereserven, die nach dem Ausstieg ungenutzt unter der Erde bleiben werden. (dpa/sc)

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