Die Crew des deutschen Schiffs „Humanity 1“, die knapp 180 Menschen aus Seenot rettete, stellte bislang sechs Anfragen bei den Behörden, wie die Sprecherin von SOS Humanity am Samstag auf Nachfrage bestätigte. Wegen starker Unterleibsschmerzen evakuierte die italienische Küstenwache demnach bereits einen Jungen von Bord.
Neben der „Humanity 1“ warten auch die „Ocean Viking“ von SOS Méditerranée und die „Geo Barents“ von Ärzte ohne Grenzen auf die Zuweisung eines Hafens, um die Bootsmigranten an Land zu bringen. Die freiwilligen Helfer der „Geo Barents“ retteten in der Nacht zum Samstag in einem weiteren Einsatz 119 Menschen von einem Holzboot, wie Ärzte ohne Grenzen am Samstag über Twitter erklärte. Mittlerweile seien nach mehreren Einsätzen rund 570 Männer, Frauen und Kinder an Bord des Schiffs. Auf der „Ocean Viking“ befanden sich zuletzt etwas mehr als 230 Gerettete.
Die Flüchtlinge und Migranten legen oft in überfüllten und seeuntauglichen Booten von der Küste des Bürgerkriegslandes Libyen oder aus Tunesien ab und geraten auf dem Weg in Richtung EU in Seenot. Bislang bekamen die Organisationen von den italienischen Behörden sichere Häfen zugewiesen. Die neue rechte Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni machte jedoch klar, die Ankunft von Bootsmigranten unterbinden zu wollen. (dpa/jod)

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