Zehn Millionen Euro im Kampf gegen Essstörungen bei Jugendlichen

<p>Zehn Millionen Euro im Kampf gegen Essstörungen bei Jugendlichen</p>
Illustrationsbild: dpa

Im März 2021 untersuchte das Sciensano-Institut für Volksgesundheit zum ersten Mal seit der Coronakrise die Symptome von Essstörungen. Im Vergleich zu 2013 (acht Prozent) und 2018 (sieben Prozent) ist der Anteil der über 18-Jährigen mit dem Risiko, eine Essstörung zu entwickeln, gestiegen (11 Prozent). In der Altersgruppe der 15- bis 25-Jährigen ist dieser Prozentsatz noch höher. Nach Angaben von „Eetexpert Flandern“ legt jeder fünfte Jugendliche ein problematisches Essverhalten an den Tag.

Um dem entgegenzuwirken, sind in einem ersten Schritt die Pädiatrie-Stationen in den Krankenhäusern um ein Team aus Vertretern kinderpsychiatrischer Dienste verstärkt worden. Darüber hinaus hat die Föderalregierung gemeinsam mit den Regierungen der Teilstaaten einen Versorgungsplan für Kinder und Jugendliche mit Essstörungen entwickelt. Ein multidisziplinäres Team, zu dem auch Diätassistenten und Psychologen gehören, sollen das Umfeld der Betroffenen beraten und unterstützen.

Auch sollen Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer Essstörung stationär behandelt werden, künftig engmaschiger von einem Kinderarzt gesehen werden: statt einmal im Monat fortan zweimal pro Woche. Hierfür sind 602.000 Euro vorgesehen. Junge Menschen leiden nämlich nicht nur immer häufiger an Essstörungen, auch der Schweregrad der Pathologie nimmt zu. Häufig werden die Patienten mit bereits fortgeschrittenen, schweren somatischen Problemen wie enormem Gewichtsverlust ins Krankenhaus eingeliefert. (belga/sue)

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