Fälschung oder Original? – So erkennt man Plagiate

<p>Gefälschte Designer-Taschen werden auf der Straße in Mailand zum Verkauf angeboten. Durch die Aktivitäten von Produktfälschern entgehen den Staaten der Europäischen Union Steuereinnahmen in Höhe von vielen Milliarden Euro pro Jahr.</p>
Gefälschte Designer-Taschen werden auf der Straße in Mailand zum Verkauf angeboten. Durch die Aktivitäten von Produktfälschern entgehen den Staaten der Europäischen Union Steuereinnahmen in Höhe von vielen Milliarden Euro pro Jahr. | Foto: dpa

Die nur auf den ersten Blick teuer aussehende Designertasche zum Schnäppchenpreis, das billige Marken-T-Shirt im Strandurlaub oder ein supergünstiges Parfüm auf dem Straßenmarkt: Dass das keine echten Markenprodukte sein können, ist vielen Kunden klar. Schwieriger wird es bei gefälschten Produkten, die etwa im Internet angeboten werden. Die werden oft unwissentlich und ohne eine Möglichkeit gekauft, sie prüfend anzuschauen. Das ist für den Kunden nicht nur blöd, sondern kann ihm richtig Ärger einbringen.

Immerhin: „Der Kauf von Plagiaten ist nicht verboten“, sagt Simone Bueb von der Verbraucherzentrale Bayern. „Aber er bringt unter Umständen Unannehmlichkeiten mit sich.“ So kann der Zoll im Verdachtsfall die Sachen einbehalten und den Markeninhaber veranlassen, das Produkt auf Echtheit zu überprüfen. Wer sogar mehrere gefälschte Produkte erwirbt, zum Beispiel zehn Handtaschen auf einmal, muss damit rechnen, als gewerbsmäßiger Verkäufer angezeigt zu werden. Denn der Handel mit gefälschten Produkten ist verboten.

Die Plagiate decken die ganze Bandbreite ab. Es gibt sie bei Massenprodukten ebenso wie bei hochwertigen Waren. „Alles, was am Markt erfolgreich ist, wird gefälscht“, so Lacroix. Die Aktion Plagiarius vergibt jährlich den Negativpreis „Plagiarius“ für besonders dreiste Produktkopien. 2022 ging der erste Preis an ein in China gefertigtes Plagiat eines Mehrweg-Besteck-Sets eines deutschen Herstellers.

Aber auch technische Produkte sind stark betroffen: Den zweiten Preis erhielt die Fälschung eines Druckmessgeräts, die unter anderem die deklarierte Messgenauigkeit nicht erreicht. „Dabei ist das Gefahrenpotenzial bei falsch reguliertem Druck sehr hoch, ganz abgesehen von unvorhersehbaren Folgekosten“, so Lacroix. „Die Nutzer vertrauen auf die hohe Qualität, Funktionalität und Sicherheit des Markenprodukts. Viele Fälscher kopieren sogar Prüfsiegel und führen die Käufer so weiter in die Irre.“

Das kann der Nutzer beim Bestellen durch einen Klick auf das Siegel herausfinden. Ist es mit einem gültigen Zertifikat des Siegel-Betreibers verlinkt, öffnet sich die entsprechende Website. Ohne diesen Link ist das Siegel sehr wahrscheinlich ein Blender. Ein weiterer Hinweis auf eine Fälschung kann der Preis sein. Ist der im Vergleich zum Normalpreis extrem günstig, sollten die Alarmglocken schrillen. „Leider kennen viele Anbieter diesen Tipp und setzen inzwischen für gefälschte Produkte höhere, plausiblere Preise an“, so Lacroix. „Das ist dann für den Käufer besonders ärgerlich, wenn er eine billige Kopie auch noch zu einem hohen Preis erwirbt.“

Wenn die Preise sehr günstig sind, kein Impressum auf der Seite zu finden ist oder auch Schreibfehler vorkommen, sollte man vorsichtig sein. Dann könnte es sich um unseriöse Anbieter oder sogar um Fake-Shops handeln. Diese Fake-Shops sind teilweise Kopien real existierender Websites und deshalb für den Verbraucher schwer auszumachen. (dpa/um)

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