Darüber hinaus sind die Vereine verpflichtet, drei Prozent ihrer Einnahmen für die Wahrnehmung ihrer sozialen Verantwortung zu verwenden. Diese Investitionen müssen in den Jugend-, G- oder Frauenfußball fließen, können aber auch auf diese drei Bereiche verteilt werden. Jeder Club muss sich auch aktiv für gemeinschaftliche Aufgaben engagieren. Vereine, die das nicht machen, müssen eine Geldstrafe von 25.000 Euro zahlen.
In finanzieller Hinsicht müssen die Vereine mehr tun. Die Mehrheit der Profiklubs hat derzeit ein negatives Eigenkapital, und seit 2016 haben die Profiklubs einen kumulierten Verlust von 300 Millionen Euro gemacht. Das muss aufhören, meint die Profiliga. In fünf Jahren müssen alle Teams ein positives Eigenkapital aufweisen, und jedes Jahr müssen sie dabei 20 Prozent Fortschritte machen.
Vereine, die finanziell nicht (genug) vorankommen, werden bestraft. Ein Mangel an Fortschritten beim positiven Eigenkapital wird den Verein im ersten Jahr einen Punkt kosten. Mit jedem weiteren Jahr, in dem die Fortschritte nicht ausreichen, erhöht sich die Strafe, bis hin zu neun Punkten nach fünf Jahren.
Andererseits müssen die Teams auch abwägen, wie viel sie für Spieler und Personal ausgeben, denn einige Teams geben inzwischen (viel) mehr aus, als sie durch ihre eigene Tätigkeit einnehmen. In fünf Jahren dürfen wiederum nur 70 Prozent der Betriebseinnahmen an Spieler und Personal gehen. Die Messlatte wird jedes Jahr ein wenig höher gelegt, beginnend mit 90 Prozent im zweiten Jahr. Die Strafe für die Nichterfüllung der Quote wird ebenfalls sportlich sein und zu einem Punktabzug führen.
Wichtig ist auch, dass Parys die Profiliga auf eine mögliche kommerzielle Kapitalzufuhr vorbereiten will. Er betrachtet die spanische La Liga als Beispiel. Dort wurden kürzlich acht Prozent der Aktien von La Liga für zwei Milliarden verkauft. „Mit diesem Geld könnten die Vereine mehr in Personal und Spieler investieren. Um sich diese Option im belgischen Kontext offen zu halten, musste zunächst unser Produkt, der Fußball, gesichert werden“, erklärt Parys.
Fortbildung für Führungskräfte
Auch für belgische Spielfelder werden neue Regeln eingeführt. Alle Mannschaften müssen ab 2025 über eine Rasenheizung verfügen, und neue Profivereine haben drei Jahre Zeit, um dieser Verpflichtung nachzukommen. Hybrid- oder Kunstrasenplätze müssen bestimmte Bedingungen erfüllen. Mannschaften, deren Spielfelder nicht in Ordnung sind, erhalten keine Lizenz.
Schließlich werden die Führungskräfte von Profivereinen zur Teilnahme an Fortbildungskursen verpflichtet. Die 'Pro League University', eine Zusammenarbeit mit der Universität Antwerpen, wird zunächst den Spitzenkräften der Vereine in vier Lektionen Neues über Management und nachhaltige Fußballverwaltung beibringen. Nach den ersten vier Lektionen gibt es regelmäßig neue Lektionen, die „Weiterbildung“. (belga/leo)

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