Bereits Anfang Januar hat die Regierung das Bezuschussungssystem für Pilotprojekte eingeführt und anschließend einen Projektaufruf gestartet. Die ersten davon starten in diesem Monat, heißt es in einem Kommuniqué. Ein Überblick:
Die Gemeinden Amel, Büllingen und Bütgenbach möchten mit dem Projekt „Energie-ID“ die Schulkinder gemeindeübergreifend für energiesparendes Verhalten sensibilisieren. Dafür werden die Energie- und Wasserverbräuche in neunzehn teilnehmenden Schulen gemessen und überwacht, damit die Schüler unnötige Energieverbräuche identifizieren können.
Die Gemeinden Lontzen und Büllingen werden Machbarkeitsstudien zur Errichtung eines Nahwärmenetzes durchführen. In Büllingen soll geprüft werden, ob die CO2-intensiven Ölheizungen einiger Liegenschaften durch eine Hackschnitzelheizung ersetzt werden können. Die Hackschnitzel sollen lokal hergestellt werden aus dem ohnehin anfallenden Schadholz in den Wäldern der Gemeinde sowie aus Abfällen der Heckenlandschaft und von Bäumen entlang des Straßennetzes.
Die Gemeinden Kelmis und Eupen möchten die Energieverluste von Häusern mithilfe von Wärmebildkameras reduzieren. In Kelmis können die Bürgerinnen und Bürger ihr Eigenheim in den Wintermonaten auf energetische Schwachstellen untersuchen lassen. In Eupen soll anhand von Luftaufnahmen die Temperatur bzw. die Temperaturdifferenz der Dachflächen ermitteln werden. Unzureichend isolierte Gebäude können in einem Webtool identifiziert werden und im Bestfall den Eigentümer zu Sanierungsmaßnahmen bewegen.
Investitionen in nachhaltige Mobilität
Da insbesondere im Bausektor der Ausstoß von CO2-Emissionen hoch ist, wird die Gemeinde Raeren ressourcenschonendes Bauen fördern. Dafür stellt sie Büros, die Bürgerinnen und Bürgern bei ihrem Bauvorhaben beraten, ein Online-Tool zur Verfügung, das nicht nur die Energiewertes des Hauses nach Fertigstellung berücksichtigt, sondern auch die Nutzung von Ressourcen für den Bauvorgang und den Aspekt der Recycelbarkeit nach „Lebensende“ des Hauses. Die Gemeinde übernimmt die Kosten des Beraterbüros bis zu einer Höhe von 500 EUR pro Bauvorhaben.
Neben Sensibilisierungsprojekten und Machbarkeitsuntersuchungen fördert die Deutschsprachige Gemeinschaft Investitionen der Gemeinden im Bereich der nachhaltigen Mobilität. So wird die Gemeinde Sankt Vith sechs öffentliche Ladestationen für Elektroautos installieren.
Die Gemeinden Amel und Raeren werden Ladestationen für Elektrofahrräder aufstellen und die Gemeinde Eupen im Stadtgebiet langfristige Fahrradunterstellplätze und Radgaragen errichten.
Um den Fußweg am alten Bahnhof Herbesthal noch sicherer und attraktiver zu machen, wird die Gemeinde Lontzen entlang des Weges Beleuchtungsmasten aufstellen, die an die öffentliche Beleuchtung angeschlossen sind.
Nächste Antragsfrist endet am 1. Juni 2022.
Das Bezuschussungssystem für Pilotprojekte soll wie beschrieben dazu beitragen, den integrierten Energie- und Klimaplan umzusetzen. Er verfolgt das Ziel, die CO2-Emissionen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft bis 2030 um 50% und bis 2050 um 100% zu senken und mit Blick darauf Maßnahmen für Klimaschutz- und Klimaanpassung einzuführen. Förderberechtigt sind die Gemeinden der Deutschsprachigen Gemeinschaft.
Bis zum 1. Juni können diese erneut Anträge zum Erhalt eines Zuschusses für Pilotprojekte einreichen. (red/svm)
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