Studie: Niederlande haben systematisch Gewalt in Indonesien verübt

Jahrzehntelang behauptete die Regierung in Den Haag, dass es nur einzelne Übergriffe gegeben und die Armee sich im allgemeinen korrekt verhalten habe. Das sei nicht länger haltbar, stellen die Forscher fest. Auf allen Ebenen sei man bereit gewesen, „die geschriebenen und ungeschriebenen Rechtsnormen“ zu ignorieren. Insgesamt wurden in dem Krieg schätzungsweise mehr als 100.000 Indonesier und etwa 5.000 niederländische Soldaten getötet.

Einer der Leiter der Untersuchung, Geert Oostindie, sprach am Morgen im niederländischen Radio von einer breiten Skala der Gewalt: „Folter, Misshandlungen während Verhören, Erschießen von gefangenen Soldaten und Zivilisten ohne Prozess, Dörfer wurden in Brand gesteckt“.

Indonesien hatte nach fast 350 Jahren Kolonialherrschaft nach Ende des Zweiten Weltkrieges seine Unabhängigkeit ausgerufen. Die Niederlande schickten daraufhin Truppen nach Südostasien. Berichte über Gewalt und Massaker gab es schon lange. Doch erst 2017 erteilte die Regierung den Auftrag zu der wissenschaftlichen Untersuchung. (dpa/calü)

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