Miesen: „Ländliche Versorgung absichern und stärken“

<p>Blick auf das Eupener Krankenhaus</p>
Blick auf das Eupener Krankenhaus | Foto: David Hagemann

Hintergrund war auch die Krankenhausreform, deren Umrisse vor Kurzem deutlich wurden. „Man könnte zwar der Meinung sein, dass für 77.000 Menschen ein einziges Krankenhaus ausreicht. Aufgrund der geographischen Lage und der territorialen Größe der DG ist dies jedoch undenkbar. Die DG ist territorial mehr als fünf Mal größer als die Region Brüssel-Hauptstadt. Um mit dem Pkw von der südlichsten Gemeinde, Burg Reuland, in die nördlichste Gemeinde, Kelmis, zu gelangen, wird eine Fahrzeit von etwa 1,5 Stunden benötigt, ohne die eventuell erschwerenden Wetterbedingungen auf dem Hohen Venn zu berücksichtigen“, rechnet der Senator vor.

Die Schließung eines der beiden deutschsprachigen Krankenhäuser hätte zur Folge, dass die Hälfte der Deutschsprachigen von einer deutschsprachigen Krankenhausversorgung ausgeschlossen werde. „Sollte eine Krankenhausreform zur Folge haben, dass eines der beiden Häuser in der DG schließen müsste, muss die Föderalregierung wissen, dass sie damit nicht einfach nur irgendein Krankenhaus schließt, sondern einen Generalangriff auf die Deutschsprachigen und ihre Grundrechte insgesamt fahren würde. Mir ist es daher ein Anliegen, die Regierung in Brüssel schon heute auf die besondere Situation der Deutschsprachigen hinzuweisen, damit sie von vorne herein berücksichtigt wird.“ Eine „hochwertige Gesundheitsversorgung“ in der DG erfordere allerdings die Verfügbarkeit von qualifiziertem deutschsprachigen Personal. Miesen verweist deshalb auf eine weitere Anfrage an Minister Vandenbroucke bezüglich einer Vergabe von Inami-Zulassungen an deutschsprachige Studenten: „Wenn wir hier schon mal ansetzen und unseren Studenten mehr Planungssicherheit geben, dann schaffen wir eine solide Grundlage für eine deutschsprachige Gesundheitsversorgung in Belgien.“

Darüber hinaus drängt er darauf, einen langfristigen Plan für die ländlichen Gebiete bei der anstehenden Reform mitzuentwickeln. „Wir kämpfen auf dem Land um jeden Arzt und Facharzt, damit die Bevölkerung eine hochwertige Gesundheitsversorgung vorfindet. Die Reform muss also auch einen Schlachtplan für die ländlichen Gebiete beinhalten“, so Alexander Miesen. Grundsätzlich unterstütze er das Vorhaben, die Krankenhäuser verstärkt zusammenarbeiten zu lassen. „Das ist in der heutigen Zeit absolut wichtig und richtig. Allerdings verwehre ich mich gegen jede starre Norm, die über den Fortbestand einer Station, wie z.B. einer Geburtenstation, entscheiden soll. Diese Normen erfüllen ländliche Gebiete nun mal nicht immer – können sie auch gar nicht. Deshalb muss der Anspruch an diese Reform sein, die ländliche Gesundheitsversorgung abzusichern und zu stärken.“ (red/sc)

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