Der Freiheit einen großen Schritt näher gekommen

<p>Ein Konzertierungsausschuss der entspannteren Art: (v.r.) DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG), Coronakommissar Pedro Facon und Pierre-Yves Jeholet, Ministerpräsident der Französischen Gemeinschaft, im Gedankenaustrausch.</p>
Ein Konzertierungsausschuss der entspannteren Art: (v.r.) DG-Ministerpräsident Oliver Paasch (ProDG), Coronakommissar Pedro Facon und Pierre-Yves Jeholet, Ministerpräsident der Französischen Gemeinschaft, im Gedankenaustrausch. | Foto: belga photo pool

Alexander De Croo war ganz offensichtlich darum bemüht, bestehende Gräben nicht weiter zu vertiefen. So fiel auf, dass der Premier sich mit seinem Dank an ausnahmslos alle Belgier wandte und dabei, legitimerweise, vor allem die Leistung des medizinischen und Pflegepersonals erwähnte.

Es mag beinahe zwei Jahre gedauert haben, bis der richtige Umgang mit dieser Krise gefunden wurde. Wenn man sich aber anschaut, wie unser Land diese Krise immer besser in den Griff bekommen hat, darf man erleichtert sein. Auch wenn nicht alles so gelaufen ist, wie manch einer es sich gewünscht hätte. Auch wenn an der einen Stelle zu viel, und an manch anderer zu wenig unterstützt wurde.

Auch dass man mittlerweile den Fokus auf die richtigen Parameter legt, die zwischenzeitlich etwas in Vergessenheit geraten zu sein schienen, nämlich der Schutz der Schwächsten in unserer Gesellschaft und die Vermeidung des Zusammenbruchs des Krankenhauswesens, ist zu begrüßen. Ein Blick nach Deutschland, zu dem man gerne in Ostbelgien hoch blickt, zeigt, dass Belgien in der Zwischenzeit eine größere Reife in der Handhabung der Pandemie erlangt hat. Hier schaut man auf die Zahl der Krankenhauseinweisungen und die Belegung der Intensivstationen, dort scheint man immer noch ein Gefangener von Infektionszahlen zu sein, die mit Omikron explodiert sind. Und förmlich nach einer neuen Perspektive schreien.

Von einem Freiheitstag war am gestrigen Freitag keine Rede, auch wenn wir wahrscheinlich alle diesen herbeisehnen. Wir sind noch nicht in einer endemischen Lage, es ist also weiter einfach nur klug, gewisse Vorsichtmaßregeln gelten zu lassen. Der Herbst ist weit weg, schließlich haben wir noch sechs Wochen Winter vor uns. Dennoch wäre es unklug, mögliche Szenarien für den Herbst nicht durchzuspielen. Um im Fall der Fälle vorbereitet zu sein.

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