Aggressive HIV-Variante auch in Belgien entdeckt

<p>Für einen HIV-Test wird dem Patienten Blut abgenommen und im Labor untersucht.</p>
Für einen HIV-Test wird dem Patienten Blut abgenommen und im Labor untersucht. | Foto: dpa

Wie Forscher der britischen Universität Oxford in der Fachzeitschrift „Science“ darlegen, ist die Viruskonzentration im Blut von Trägern besagter Virus-Variante tausendmal höher als in „normalen Fällen“. Die Variante sei jedoch nicht resistent gegen die verfügbaren AIDS-Medikamente. Werde die Behandlung mit Virusinhibitoren zeitnah nach einer Infektion und Diagnose begonnen, sei die Prognose genauso gut wie bei einer „klassischen“ HIV-Infektion. Beruhigend sei zudem der Umstand, dass die klassische Variante in den letzten zwanzig Jahren nicht verdrängt worden sei.

Linos Vandekerckhove, Leiter des AIDS-Referenzzentrums am Universitätsklinikum Gent, ordnet gegenüber der Zeitung ein, dass es sich um eine bedeutende medizinische Neuigkeit handele. „Niemand wusste von der Existenz dieser Variante“, fasst der Experte zusammen. Wie besorgniserregend die aggressive Variante sei, hänge nun davon ab, wie weit sie sich bereits verbreitet habe, so Linos Vandekerckhove. In den Niederlanden wurden die 100 Infektionen unter insgesamt 24.000 HIV-seropositiven Personen ausfindig gemacht worden. „Das ist keine große Zahl“, fährt er fort. Andererseits sei es das erste Mal seit vierzig Jahren, dass eine derart aggressive Variante entdeckt worden sei. (belga/svm)

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