Tennisspieler posieren im Hafen von Sydney. Die Möwen kreischen, die Kameras klicken. Die Harbour Bridge bildet die Kulisse für den PR-Termin vor dem Start der neuen Saison. Herrliche Normalität, keine Masken, kein Corona, beste Laune.
Die Normalität der vergangenen Tage sah etwas anders aus, weniger entspannt. Die Coronafälle in der Tennisszene häufen sich, nach einem Einladungsturnier in Abu Dhabi traf es einige prominente Spieler und Spielerinnen - auch Rafael Nadal. Denis Shapovalov und Anastassija Pawljutschenkowa brachten das Virus mit nach Australien und sitzen erst einmal in Quarantäne fest.
Da ist es durchaus eine Erfolgsmeldung, wenn Tennisprofis durch Sydney schlendern dürfen. Die Einreise ist geschafft, jetzt beginnt die Vorbereitung auf die Australian Open (ab 17. Januar) - zunächst mit dem ATP Cup.
Der sportliche Wert des Mannschaftsturniers ist überschaubar, auch wenn die ATP gerne einen anderen Eindruck vermitteln will. Etliche Absagen ereilten die Veranstalter, Österreich zog komplett zurück, Titelverteidiger Russland tritt mit Roman Safiullin an, der Nummer 167 der Weltrangliste. Das größte Thema der Tenniswelt ist aber, dass Serbien ohne seinen Superstar auskommen muss.
Die Frage, ob Novak Djokovic nach Australien kommt, beschäftigt die Szene seit Wochen. Der 20-malige Grand-Slam-Champion äußert sich nicht dazu und befeuert damit die Spekulationen. Djokovic gilt als Impfskeptiker, anders als viele andere Spielerinnen und Spieler legt er seinen Status aber nicht offen. Nach Melbourne kommt er aber nur geimpft oder mit einer Ausnahmegenehmigung.
Die, so hieß es in einer Lokalzeitung in Belgrad, sei ihm verweigert worden. Andere Berichte behaupten das Gegenteil. Auch Djokovics Landsleute konnten oder wollten vor dem ATP Cup nicht ins Detail gehen. Er kenne den offiziellen Grund nicht, sagte Dusan Lajovic, in Abwesenheit von Djokovic die serbische Nummer eins, bei einer Pressekonferenz, „vielleicht kennt ihn ja die ATP.“
Ja, ziemlich sicher sogar, aber die lässt nichts raus. Lajovic dagegen musste sich äußern. Djokovic habe gesagt, dass er den ATP Cup auslasse, aber „versucht, zu den Australian Open zu kommen“, sagte Lajovic: „Er hat nicht angegeben, ob er kommt oder nicht, aber dass er auf eine Entscheidung wartet.“ Welche Entscheidung, wusste (oder sagte) Lajovic nicht. So werden die Spekulationen anhalten, bis sich entweder Djokovic oder Tennis Australia zur Einreise des Melbourne-Rekordsiegers erklären.
(sid/jph)

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