Nach 13 von 16 Wertungsprüfungen im italienischen Monza führt der Franzose mit nur 0,5 Sekunden Vorsprung auf seinen Toyota-Markenrivalen Elfyn Evans. Der Waliser ist Ogiers letzter verbliebener Konkurrent im Kampf um seinen achten Titelgewinn.
Allein auf den sechs Wertungsprüfungen am Samstag wechselte die Führung zwischen Ogier und Evans fünfmal, absetzen konnte sich keiner der beiden. Auch das Hyundai-Duo Dani Sordo (Spanien) und Thierry Neuville (Belgien), der am Vormittag in eine Leitplanke gerutscht ist, liegt auf den Plätzen drei und vier weniger als eine Minute zurück.
„Nachdem der erste Renntag nicht wie erwartet verlaufen war, wussten wir, dass wir heute angreifen mussten, um Zeit zurückzugewinnen. Der Tag begann perfekt mit einer Bestzeit. Wir wollten in der zweiten Etappe so weitermachen, aber das hat nicht geklappt. Mit kalten Reifen sind wir nach zwei Kurven in eine Leitplanke gerutscht und haben uns die Stoßstange ausgerissen. Infolgedessen stimmte die Aerodynamik nicht mehr. Wir haben knapp eine halbe Minute verloren und Dani Sordo hat den dritten Platz belegt. Auf den nächsten vier Etappen haben wir versucht, den Rückstand auf Dani aufzuholen. Aber er fährt sehr stark, und ohne einen Fehler von ihm wird es schwierig werden. Trotzdem hat es mir heute Spaß gemacht, vor allem auf den Bergetappen. Das Wetter war schön, es waren viele Zuschauer da und es herrschte eine gute Stimmung“, erklärte Thierry Neuville am Abend.
Ogier hatte ein Polster von 17 Punkten auf Evans mit nach Italien gebracht. Beendet er die zwölfte Saisonstation auf einem der ersten drei Plätze, sind alle Zweifel beseitigt. Wird Ogier nur Sechster, gewinnt aber die abschließende Powerstage (fünf Extrapunkte), hätte Evans ebenfalls das Nachsehen. Beenden beide Kontrahenten die Saison punktgleich, ist Ogier Weltmeister, da er vier Saisonsiege auf dem Konto hat und Evans nur zwei.
Ogier, Champion mit VW (4x), Ford (2x) und Toyota (1x), teilt sich im nächsten Jahr seinen Toyota mit dem Finnen Esapekka Lappi (30) und wird dann nicht mehr an allen Rallyes teilnehmen. Der Seriensieger will mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. An Rekordweltmeister Sebastien Loeb (Frankreich/neun Titel) kommt er damit wohl nicht mehr heran. (sid/calü)

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