Tage des offenen Denkmals: Wirken von Frauen im Fokus

<p>Auch das Wirken der Vinzentinerinnen wird im Rahmen der Veranstaltung beleuchtet.</p>
Auch das Wirken der Vinzentinerinnen wird im Rahmen der Veranstaltung beleuchtet. | Foto: AG zum Erhalt von Historischem Kulturgut

Mit der Wortkonstruktion „Matrimoire“ – in Anspielung auf das französische Wort für Erbe „Patrimoire“ – wird die Diskussion um die Präsenz und die Rolle der Frauen in der Geschichtsforschung und in der gesellschaftlichen Wahrnehmung konstruktiv aufgegriffen. „Im Fokus zahlreicher Führungen und Ausstellungen stehen dieses Jahr ganz bewusst die Wirkungsstätten weiblicher Akteurinnen und damit auch ihr Einfluss auf das kulturelle Erbe unserer Region“, sagt die zuständige Ministerin Isabelle Weykmans (PFF) und betont: „Selbstbewusst haben Frauengenerationen vor uns im Rahmen oder auch in Überwindung ihrer zeitgeschichtlichen Möglichkeiten das Leben auf vielerlei Arten mitgestaltet. Mit den Tagen des offenen Denkmals tragen wir zur ebenbürtigen Würdigung der Leistung dieser Frauen bei.“

Zum Auftakt der Veranstaltung bestücken Werke der beiden Künstlerinnen Andrea Radermacher-Mennicken und Tanja Mosblech die Werbekästen (Citylights) in Bütgenbach, Eupen, Kelmis und St.Vith und visualisieren damit den Willen und die Freiheit weiblicher Kunst, im öffentlichen Raum gezeigt zu werden. Aber auch früher haben Frauen auf ihre Zeit und auf ihr Umfeld erheblichen Einfluss genommen. Diese oftmals subtil erzählten oder auch vergessenen Geschichten sollen zum Vorschein kommen und eine Ahnung davon vermitteln, wie erheblich Frauen – oft unterschätzt oder unentdeckt – an der Mitgestaltung unseres kulturellen Erbes beigetragen hätten, heißt es in einer Mitteilung.

Wer mehr über die „Witwe Fey“, die Publizistin Marie-Therese Weinert-Mennicken, Lili von Asten, die Keramikerin Maria Hasemeier-Eulenbruch, aber auch über die Rote-Kreuz-Schwestern aus Herbesthal, die Vinzentinerinnen aus Bütgenbach oder die „Fabrikmädchen“ aus Eupen erfahren möchte, macht sich am 11. und 12. September auf den Weg.

<p>Das Leben der Publizistin Marie-Therese Weinert-Mennicken lässt sich an diesem Patrizierhaus aus dem 18. Jahrhundert mit beeindruckender Innenausstattung verorten.</p>
Das Leben der Publizistin Marie-Therese Weinert-Mennicken lässt sich an diesem Patrizierhaus aus dem 18. Jahrhundert mit beeindruckender Innenausstattung verorten. | Foto: Archiv Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft

Im Haus Kapernberg 2-4 in Eupen können in der Ausstellung „Von Matrimoine und Herstory“ unzählige Quellen von und über Frauen entdeckt werden. Das Patrizierhaus am Werthplatz 1-3 in Eupen – Kindheitssitz der Publizistin Marie-Therese Weinert-Mennincken – öffnet seine Türen für die Öffentlichkeit und seinen Innenhof für eine Gedichtlesung. Ebenfalls in Eupen befasst sich im Stadtmuseum eine Sonderausstellung mit dem grafischen Werk von Lili von Asten.

<p>Frauen beim Sortieren der Wolle in einer Eupener Tuchfabrik</p>
Frauen beim Sortieren der Wolle in einer Eupener Tuchfabrik | Foto: Archiv H. Ruland

Wer mehr über die Franziskanerinnen und ihre Gründerin Josephine Koch erfahren und die Orte ihres Wirkens in Eupen kennenlernen möchte, nimmt an der dazugehörigen Führung teil und wer mehr über den Einfluss der „Fabrikmädchen“ am Aufstand der Eupener Tuchscherer wissen möchte, ist mit einem sozialhistorischen Rundgang durch die Eupener Oberstadt gut beraten.

<p>Eine Ausstellung zu den Rote-Kreuz-Schwestern gibt es am Grenzbahnhof Herbesthal.</p>
Eine Ausstellung zu den Rote-Kreuz-Schwestern gibt es am Grenzbahnhof Herbesthal. | Foto: Archiv Dorfgeschichtliche Sammlung Herbesthal-Lontzen

In den Kapellen von Caterina von Siena und St. Anna in Lontzen finden Führungen statt, und am Grenzbahnhof Herbesthal wird eine Ausstellung über den Einsatz der Rote-Kreuz-Schwestern während des ersten Weltkrieges eröffnet. Bei der thematischen Führung durch das Museum Vieille Montagne in Kelmis wird die bewegte Geschichte in Neutral-Moresnet anhand von Frauenschicksalen neuentdeckt.

<p>Die Rolle der Frau nach 1945 (hier ein Bild aus dem Jahr 1967) bis heute rückt in den Fokus.</p>
Die Rolle der Frau nach 1945 (hier ein Bild aus dem Jahr 1967) bis heute rückt in den Fokus. | Foto: Staatsarchiv Eupen

In Bütgenbach finden Führungen statt, die das Wirken der Vinzentinerinnen im Ort nachzeichnen, in St.Vith zeigt das Museum Zwischen Venn und Schneifel in einer multimedialen Ausstellung, wie sich die Rolle der Frau nach 1945 bis heute verändert hat. Im Raerener Töpfereimuseum wird in einer Ausstellung das Werk der Keramikerin Maria Hasemeier-Eulenbruch gewürdigt und auch die Kapelle St. Anna in Raeren wird für die Öffentlichkeit geöffnet.

<p>Näheres zu Frauenschicksalen in Neutral-Moresnet gibt es im Kelmiser Museum Vieille Montagne zu erfahren.</p>
Näheres zu Frauenschicksalen in Neutral-Moresnet gibt es im Kelmiser Museum Vieille Montagne zu erfahren. | Foto: CHSRULiège

Familien mit kleinen Kindern werden von Karlotta Kulturerbe begleitet und können an den obengenannten Orten Sticker sammeln und sie auf dem Karlotta-Gewinnspiel-Flyer kleben. Abschluss finden die Tage des offenen Denkmals in einem Konzert mit „königlicher“ Begleitung. Die Königin Orgel trifft die Querflöte und zusammen wird zum ersten Mal ein Stück von Paul Pankert gespielt. (red/sc)


Infos unter www.ostbelgienkulturerbe.be/offenendenkmaeler. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl wird um Anmeldung unter 087/596 357, per Email an kulturerbe@dgov.be oder online unter ostbelgienkulturerbe.be/offenedenkmaeler bis 10. September gebeten.

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