Janssen erinnert: „Am 1. Januar 1977 hörte die Gemeinde Hauset auf, als eigenständige Gemeinde zu bestehen.“ Sie war fürderhin Ortsteil der neuen Gemeinde Raeren.
Kannte in Hauset im Jahre 1976 „noch jeder jeden“, so ist dies heute, bei Mitbürgern aus fast 40 Ländern, nicht mehr der Fall. Janssen erzählt dem GrenzEcho, deshalb habe er die Heimatbücher jenen gewidmet, die in der Erinnerung an die gute alte Zeit schwelgen und ihrem Lebensabend entgegengehen oder mittendrin stecken. Sie waren aber auch jenen gewidmet, die in das schöne Dorf an Landgraben und Göhl kommen, um hier zu wohnen, viele von ihnen für lange Zeit.
Im alten Pfarrhaus soll das Dorfarchiv etabliert werden.
Zwei Heimatbücher, da liegt es nahe, eine Fülle von Material, das sich angesammelt hat, entsprechend zu archivieren, um es einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen zu können. Walter Janssen hatte die Idee, einen „Freundeskreis Dorfarchiv“ zu gründen. „Ja, der Anstoß dazu ist in der Tat von mir gekommen“, berichtet er bei einem Gespräch, an dem auch Janssens engste Mitstreiter Erwin Güsting und Paul Kockartz teilnahmen. Das Treffen war bewusst ins alte Pfarrhaus gelegt, denn dort soll das Dorfarchiv etabliert werden. An ein „Heimatmuseum“ sei dabei aber nicht gedacht, ist zu hören.
Anfang 2020 gerade erst aus der Taufe gehoben, da veränderte abrupt Corona das Leben, sodass nicht allzu viele Versammlungen und Arbeitsgruppen stattfinden konnten, so Janssen. Mit „angezogener Handbremse“ sei es dennoch weiter gegangen. Aber weniger, als geplant. Man habe zwar online an der Archivierung des Materials arbeiten können, jedoch weniger im Team. Man habe eine Webseite online gestellt. Aber Veränderungen durch Corona, beteuert Walther Janssen, habe es dennoch groß nicht gegeben. Die Archivgruppe Eynatten sei es gewesen, die die Hauseter inspiriert habe, denn dort gibt es seit Jahren schon einen Archivraum im alten Pfarrhaus von Eynatten. Das GE wollte wissen, was der Freundeskreis Dorfarchiv Hausen sich zum Ziel gesetzt habe. Janssens klare Antwort: „Wir möchten gerne alles Material, ob Bilder, Texte, Bücher, aber auch Materialien aller Art der Vereine (Uniformen) an einem Ort sammeln und so ein kleines 'Museum' einrichten, damit das alles nicht verloren geht.“ Zweites Ziel, so erklärt Janssen, sei es, einen großen Teil auch digital hochzuladen auf die Seite www.geschichte.be, die eine Initiative der Regierung der DG sei, zu stellen, von der man gute Unterstützung erfahre.

Zu Beginn der Gründung waren es zehn Interessenten und sieben Mitstreiter, die sich im Freundeskreis rekrutiert hätten. Als den Wichtigsten davon nennt Janssen Paul Kockartz, der ein sehr großes Fotoarchiv besitze und selbst viel fotografiere. Die restlichen helfen mit und sammeln Materialien, sprechen Leute an. Und dann kommt Corona zur Sprache: „Wir hatten uns gerade Anfang 2020 konstituiert, als die Pandemie ausbrach. Das führte dazu, dass wir uns lediglich nur dreimal treffen konnten. Aber jetzt, ab September, soll das wieder regelmäßig sein und richtig losgehen“, beteuert Janssen.
Konkret nach dem Archiv gefragt, um was es sich genau handeln und wie umfangreich es sein solle, machen Janssen, Güsting und Kockartz deutlich, dass man an Daten und Informationen denke, die folgende Bereiche ansprechen, ähnlich der Gliederung der beiden Heimatbücher mit den sechs Schwerpunkten. 1. Geschichte, insbesondere seit etwa 1770 (Theresianisches Kataster). 2. Dorfchronik seit 1815. 3. Pfarrchronik seit 1860. 4. Schulchronik seit 1855. 5. Vereine. 6. Familien und Bürger (Genealogien) sowie themenbezogene Beiträge aller Art, wie Kriegserinnerungen. „Mein letztes Thema war die Grenze von Hauset am Landgraben“, sagt Walther Janssen, deshalb habe er gezielt auch Kontakte zu Dietmar Kottmann (Heimatfreunde Aachen-Laurensberg) und Christoph Laschet geknüpft.
Die Verantwortlichen vom Freundeskreis Dorfarchiv starten einen Aufruf, denn bei manchen Bürgern liegen noch „alte Schätzchen“ auf dem Dachboden herum, die am Ende einfach so verschwinden. Das aber seien genau die Sachen, die man gut gebrauchen könne, obwohl sie schwer zu bekommen seien, weiß man. Gerade bei Vereinen bemühe man sich derzeit um Chroniken, um sie digitalisieren zu können. Alles, was sich auf Fotos oder Papier befinde, soll im Pfarrhaus untergebracht werden. Gedacht ist auch an alte Töpfereien, Uniformen, alte Gemälde und Bilder. „Es soll natürlich zugänglich gemacht werden, vor allen Dingen wollen wir aber Veranstaltungen mit zeitgeschichtlichem Hintergrund planen“, sagt Walther Janssen.
Ganz wichtig, das erwähnt Janssen, sei die Herausgabe der Memoiren von Pater Joseph Timmermann gewesen. Der Wunsch sei zunächst von ihm selbst gekommen. Da er aber, fast erblindet, seinem Lebensende nahegekommen sei (inzwischen ist er verstorben), und er die aus Hauset stammende Autorin Maryanne Becker (Berlin) kannte, habe er sie als seine Redakteurin genommen. Durch seine Tätigkeit als Sozialpfarrer in Aachen (Streetworker in St. Josef und Gefängnispfarrer auf Moulenshöh, Adalbertsteinweg), habe er weit gestreute Verbindungen gehabt, weiß Janssen.
Diavortrag „Hauset – 100 Jahre seit Versailles 1920 bis 2020.“
Auf die nächste Aktion angesprochen, erwähnt Walther Janssen den Diavortrag „Hauset – 100 Jahre seit Versailles 1920 bis 2020.“ Den wolle man nun unbedingt nachholen. „Vielleicht im Rahmen der Eynattener Aktionswoche, Anfang September nach der Eynattener Kirmes, anlässlich der Eröffnung des neuen Dorfhauses in der Lichtenbuscher Straße“, meint er. Man wolle zudem mit spezifischen Themen nun eher digital arbeiten, Janssen denkt an Diavorträge mit Video Zoom oder Youtube, denn es werde schwieriger, wegen Corona Menschen zusammen zu bringen. Ein weiterer digitaler Vortrag (Webinar) „Hauset – 105 Jahre in Preußen 1815 bis 1920“ soll folgen. Natürlich seien Ausstellungen geplant, denn das habe in Eynatten gut funktioniert.
Ein großes Anliegen von Walther Janssen ist es, auch rasch in Raeren etwas in Bewegung zu setzen. „Wir haben hier Platz im Pfarrhaus, könnten einiges unterbringen“, ermuntert er und hofft darauf, dass Christoph Laschet hier Schützenhilfe leisten kann. Den möchte er gerne mit ins Boot nehmen. Der Geologe und Historiker weiß, dass man Zeitdokumente nicht einfach in Schubladen liegen lassen soll. Auf jeden Fall, so Janssen, werde man bezüglich Raeren am Ball und in Kontakt bleiben. Laschet kann sich gar vorstellen, in Raeren auch etwas in den Räumen der alten Post zu etablieren.
Wer sich angesprochen fühlt, wer alte Sachen rumliegen hat, der möge sich beim Freundeskreis Dorfarchiv Hauset per E-Mail melden: mail@waltherjanssen.de oder sich auf der Webseite www.hauset.info informieren.

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