Naomi Osaka entzündet die Olympische Flamme: Spiele von Tokio eröffnet

<p>Naomi Osaka entzündet die Olympische Flamme: Spiele von Tokio eröffnet</p>
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Mit einjähriger Verspätung und begleitet von Protesten sind die wohl außergewöhnlichsten Olympischen Spiele der Neuzeit ohne Glanz und Glamour eröffnet worden. Lediglich rund 900 Ehrengäste - unter ihnen Japans Kaiser Naruhito - wohnten am Freitag in Tokio der Zeremonie bei. IOC-Präsident Thomas Bach sprach trotz der umfangreichen Corona-Einschränkungen in der Olympia-Stadt von einem wichtigen Zeichen in Zeiten der weltweiten Pandemie. „Heute ist ein Tag der Hoffnung. Ja, es ist ganz anders, als wir es uns vorgestellt hatten. Aber lasst uns diesen Moment wertschätzen, weil wir endlich alle zusammen hier sind“, sagte Bach.

Um 23.13 Uhr Ortszeit erklärte der Tenno die XXXII. Olympischen Spiele für offiziell eröffnet. Anders als 1964, als Naruhitos Großvater die ersten Sommerspiele in Tokio eröffnet hatte, fehlte das japanische Wort iwai (Feier).

Belgien marschierte als 165. Delegation in das Stadion ein.

Es ging schon auf Mitternacht zu, als Japans Tennis-Star Naomi Osaka das olympische Feuer entzündete. Der erstmals mit Wasserstoff gefüllte Behälter symbolisiert eine Sonne. In den vergangenen 121 Tagen hatten etwa 10.000 Menschen die Flamme über eine Strecke von rund 2.000 Kilometern quer durch Japan getragen.

Zuvor waren die 205 Nationen und das Flüchtlingsteam weitgehend unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln in das fast leere Olympiastadion einmarschiert. Die belgische Mannschaft, die wegen der phonetischen Reihenfolge im japanischen Alphabet erstmals erst an 165. Stelle an der Reihe war, wurde angeführt von Siebenkampf-Olympiasiegerin Nafi Thiam und Felix Denayer, dem Kapitän der Hockey-Nationalmannschaft.

<p>Nafi Thiam und Felix Denayer führten das Team Belgium ins Olympaistadion.</p>
Nafi Thiam und Felix Denayer führten das Team Belgium ins Olympaistadion. | Foto: Photo News

Das Duo trug als Zeichen der Gleichstellung gemeinsam die Fahne. Das hatte es zuvor bei Olympia noch nie gegeben.

Von den insgesamt 121 Athleten aus dem Team Belgium hatten sich 22 auf den Weg zum Olympiastadion gemacht. Hinter den Fahnenträgern marschierten werden die zwölf „Belgian Cats“, die Skateboarder Axel Cruysberghs und Lore Bruggeman, die Reiterin Lara de Liedekerke, die Leichtathletin Hanne Claes, die Hockeybspieler Tom Boon und August Meurmans, Lianne Tan (Badminton), der Bogenschütze Jarno Smedet und der Kajakfahrer Gabriel De Coster ein. Hinzu kamen vier Tainer (Philip Mestdagh/Basketball, Hans claessens /Skateboard, Indra Chandra /Badminton und Kai-Steffen Meier/Reiten) und Chef de Mission Olav Spahl.

Ein Hingucker beim Einmarsch war erneut Pita Taufatofua, der wie schon 2016 in Rio de Janeiro und 2018 in Pyeongchang halbnackt mit eingeölter Brust ins Stadion kam. Der 37 Jahre alte „Coconut Fighter“ trug wieder die Fahne von Tonga und beeindruckte mit seinem durchtrainierten Oberkörper. Mit seinem Outfit war er aber nicht allein: Auch Ruderer Rii Riilio aus Vanuatu kam mit freiem Oberkörper, Bastrock und Flip-Flops an den Füßen in die Arena.

In den nächsten 16 Tagen kämpfen rund 11.000 Sportler vor leeren Rängen um Gold, Silber und Bronze. In 33 Sportarten gibt es die Rekordzahl von 339 Olympia-Entscheidungen. Bei der Zeremonie bekamen die Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt bereits einen Vorgeschmack auf die ersten Olympischen Spiele ohne Zuschauer.

<p>Naomi Osaka entzündete das Olympische Feuer.</p>
Naomi Osaka entzündete das Olympische Feuer. | Foto: epa

In seiner Rede sprach Bach allen Mut zu. „Ihr habt vor großen Herausforderungen bei eurer olympischen Reise gestanden“, sagte der IOC-Chef an die Adresse der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. „Ihr habt gekämpft, durchgehalten und niemals aufgegeben. Und heute lasst ihr euren Olympia-Traum wahr werden.“ Zu diesem Zeitpunkt hatten etliche Athletinnen und Athleten wegen der großen Hitze und aus Gründen der Risikominimierung das Stadion aber bereits wieder verlassen.

Die Show, in deren Vorfeld es mehrere Skandale und Rücktritte im Kreis der Organisatoren gegeben hatte, war wegen der besonderen Umstände stark auf das Fernsehen zugeschnitten und verlief ohne Höhepunkte. Eingerahmt wurden die landestypischen Darbietungen der Künstler von einem Feuerwerk, das in der japanischen Metropole weithin sichtbar war.

Keinen Blick dafür hatten Hunderte japanische Olympia-Gegner, die vor der Arena lautstark gegen die Sommerspiele protestierten. Rufe wie „Stoppt die Spiele“ oder „Brecht die Eröffnungsfeier ab“ drangen über Megafone bis ins Olympiastadion. Zu ähnlichen Aktionen war es zuvor schon in der Stadt rund um das Rathaus gekommen. Auf Bannern stand „Löscht die Olympische Fackel“ und „Keine Olympiade“ sowie „Globales Verbrechen gegen Japan“. (jph/dpa/belga)

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