Das ABC der Tour de France

<p>Mathieu van der Poel im Tour-Trikot von Alpecin-Fenix.</p>
Mathieu van der Poel im Tour-Trikot von Alpecin-Fenix. | Foto: Photo News

A wie Auftakt: Zum vierten Mal nach 1952, 1974 und 2008 beginnt die Tour in Brest. Eigentlich sollte die Frankreich-Rundfahrt in Kopenhagen starten. Da aber die Fußball-EM wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben wurde und Kopenhagen Spielort ist, wurde der Tour-Start in der dänischen Hauptstadt auf 2022 verlegt. Dafür sprang die Hafenstadt in der Bretagne ein.

B wie Bergetappen: Sechs der 21 Etappen finden im Hochgebirge statt. Damit ist die Rundfahrt vom Profil her nicht so berglastig wie im Vorjahr. Insgesamt dreimal liegt das Etappenziel auf dem Berg: Tignes, Col du Portet und Luz-Ardiden.

C wie Combatif du Jour: Der kämpferischste Fahrer wird jeden Tag geehrt und darf am nächsten Tag eine rote Startnummer tragen. Am Ende der Tour wird dann der „Super-Combatif“ gekürt.

D wie Dach der Tour: Der höchste Punkt der Rundfahrt liegt dieses Mal außerhalb Frankreichs. Auf der 15. Etappe wird der 2.408 Meter hohe Port d'Envalira in Andorra passiert. Es ist der höchste Straßengebirgspass der Pyrenäen.

E wie Einzelzeitfahren: Die Spezialisten im Kampf gegen die Uhr dürfen sich dieses Mal freuen. Gleich zwei Einzelzeitfahren über insgesamt 58 Kilometer warten auf der 5. und 20. Etappe auf die Fahrer.

F wie Favoriten: Auch die 108. Tour könnte wieder eine slowenische Angelegenheit werden. Vorjahressieger Tadej Pogacar und dem unglücklichen Zweitplatzierten Primoz Roglic werden die größten Chancen zugerechnet. Aber auch Ex-Sieger Geraint Thomas könnte als guter Zeitfahrer genauso wie sein australischer Ineos-Teamkollege Richie Porte eine Rolle spielen.

G wie Gutschriften: Bei sechs Bergwertungen gibt es in diesem Jahr auch wieder Bonussekunden zu holen, was für die Anwärter auf den Gesamtsieg interessant sein dürfte. Acht, fünf und zwei Sekunden werden dann an die besten drei Kletterer verteilt.

H wie Höhenmeter: Rund 50.000 Höhenmeter sind in diesem Jahr auf den 21 Etappen von Brest nach Paris zu bewältigen. Das sind rund elf Prozent weniger als im Vorjahr, aber immer noch deutlich mehr als in den Jahren von 2015 bis 2018.

I wie Indurain, Miguel: Der Spanier gewann als einziger Radprofi fünfmal die Tour in Serie. Neben Indurain werden noch Jacques Anquetil (Frankreich), Eddy Merckx (Belgien) und Bernard Hinault (Frankreich) als Fünffach-Sieger geführt. Die sieben Erfolge von Lance Armstrong wurden wegen dessen Dopingvergehen gestrichen.

J wie Jasper: Drei der 22 belgischen Teilnehmer tragen den gleichen Vornamen: Jasper, die friesische und niederdeutsche From von Kaspar, war in Flandern in den Neunziger Jahre wohl besonder beleibt, Jasper De Buyst, Jasper Philipsen und Jasper Stuyven beweisen.

K wie Karawane: Gut zwei Stunden vor dem Fahrerfeld sorgt traditionell die Werbekarawane für ein wenig Karnevalsstimmung. Bereits seit 1930 gehört die Caravane publicitaire zum Tour-Programm.

L wie letzte Etappe: Das Finale der Tour findet traditionell auf den Champs Élysées in Paris statt.

M wie Mannschaften: Insgesamt 23 Teams, darunter die beiden deutschen Rennställe Bora-hansgrohe und DSM, gehen mit jeweils acht Fahrern an den Start. Damit nehmen 184 Radprofis die Rundfahrt in Angriff.

N wie Neuling: Das Team Alpecin-Fenix ist neu bei der Tour dabei. Die belgische Mannschaft hat aber einen Hochkaräter in ihren Reihen. Der Niederländer Mathieu van der Poel, Enkel der verstorbenen Tour-Legende Raymond Poulidor un dsohn von Radprofi Adri van der Poel, ist viermaliger Cross-Weltmeister und hat in dieser Saison schon sechs Siege eingefahren.

O wie Organisation: Die Amaury Sport Organisation veranstaltet die Frankreich-Rundfahrt und gilt als mächtigster Veranstalter im Radsport. Neben Klassikern wie Paris-Roubaix gehören auch die Flèche Wallonne und Lüttich-Bastogne-Lüttich zum ASO-Imperium.

P wie Preisgelder: 500.000 Euro kassiert der Gesamtsieger. Im Vergleich zu den großen Turnieren im Tennis oder Golf ist dies verhältnismäßig wenig. Dazu ist es Tradition, dass der Sieger sich das Geld mit seinen Teamkollegen teilt. Für die Gewinner des Berg- und Punktetrikots gibt es jeweils 25.000 Euro, der beste Nachwuchsfahrer streicht 20.000 Euro ein. Für einen Etappensieg gibt es 11.000 Euro. Insgesamt verteilt die ASO gut 2,2 Millionen Euro an Preisgeldern.

Q wie Quintana, Nairo: Der Kolumbianer gilt als einer der besten Kletterer im Tour-Feld. 2013 und 2015 belegte Quintana den zweiten Gesamtrang, 2016 wurde er Dritter.

R wie Rekordteilnehmer: Der Franzose Sylvain Chavanel ist mit 18 Starts der Rekordteilnehmer der Tour.

S wie Stürze: Da bei der Frankreich-Rundfahrt immer besonders hektisch gefahren wird, sind Stürze programmiert. Der schlimme Crash der Ex-Weltmeister Mark Cavendish und Peter Sagan aus dem Jahr 2017 ist noch in guter Erinnerung. Der Weltverband hat nach den schlimmen Stürzen im Vorjahr schärfere Regeln eingeführt.

T wie Trikots: Das Gelbe Trikot wird bereits seit über 100 Jahren an den Führenden der Tour de France vergeben. Der beste Bergfahrer fährt im rotgepunkteten Dress. In Grün ist der punktbeste Fahrer unterwegs, der beste Nachwuchsfahrer trägt das Weiße Trikot.

U wie Unterbrechung:Am 5. und 12. Juli wird die dreiwöchige Tour de France durch einen Ruhe tag unterbrochen.

V wie Ventoux: Der berühmt-berüchtigte Riese der Provence gehört erstmals seit 2016 wieder dem Tour-Programm an. Und diesmal muss der Mont Ventoux auf der elften Etappe gleich zweimal überquert werden. Der 1.910 Meter hohe Berg, der im oberen Teil einer Mondlandschaft gleicht, hat durch den Tod von Tom Simpson 1967 traurige Berühmtheit erlangt. Vollgepumpt mit Amphetaminen brach der Brite drei Kilometer vor dem Ziel zusammen und starb.

W wie Weltmeister: Das Regenbogentrikot wird vom Franzosen Julian Alaphilippe getragen.

X wie x-ter Anlauf: Seit nunmehr 36 Jahren wartet die Grande Nation auf einen Heimsieg. Letzter französischer Toursieger war Bernard Hinault im Jahr 1985. Am ehesten wird Alaphilippe zugetraut, die Durststrecke zu beenden. Die weniger berglastige Strecke könnte dem Weltmeister liegen.

Y wie Youngster: Der Brite Fred Wright vom Team Bahrain-Victorious ist beim Start am Samstag mit 22 Jahren und 13 Tagen der jüngste Fahrer im Feld. Damit könnte er der Sohn von Spaniens Altstar Alejandro Valverde sein, der am Samstag 41 Jahre und 62 Tage alt ist.

Z wie Zuschauer: Trotz der Corona-Pandemie sind Zuschauer am Streckenrand erlaubt. Im Start- und Zielbereich ist der Zugang aber limitiert. Dazu sind die Fans dort nur mit einem Impfnachweis oder einem negativen Corona-Test zugelassen. Grundsätzlich entscheiden die Departements, ob es Begrenzungen gibt. So ist es noch unklar, ob wieder Bergpässe geschlossen werden. Zehn bis zwölf Millionen Menschen wie zu Vor-Corona-Zeiten werden diesmal kaum das Rennen verfolgen. (dpa/jph)

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