Der CSP-Abgeordnete Colin Kraft, der die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft während des letzten Jahres mehrfach dazu aufforderte, alle Schülerinnen und Schüler und das Lehrpersonal mit einem Laptop auszustatten, hakte nach und fordert einen Ausgleich für Familien. „Mehr als 300 Euro bei drei von vier betroffenen Familien und sogar bis zu 800 Euro und mehr bei 13% der Haushalte wurde für die Anschaffung von Endgeräten ausgegeben. Eine sehr schwere finanzielle Belastung, insbesondere für kinderreiche Familien, während gleichzeitig viele Familien durch die Krise bereits verarmt sind“, kommentiere der frankofone Familienbund die Ergebnisse seiner Umfrage.
Bereits seit einem Jahr fordere Colin Kraft als bildungspolitischer Sprecher der CSP, alle Schülerinnen und Schüler sowie das Lehrpersonal mit einem Endgerät wie einen PC oder Laptop auszustatten, um gleiche Lern- und Arbeitsbedingungen für alle zu schaffen und die Familien finanziell zu entlasten. „Wenn der Hybridunterricht verpflichtend und Bildung kostenfrei ist, hätten sowohl SchülerInnen als auch Lehrpersonal mit entsprechenden Endgeräten ausgestattet werden müssen. Das ist leider nicht passiert und mit den Kosten wurden die ostbelgischen Familien alleingelassen“, bilanziert Colin Kraft in einer Mitteilung enttäuscht.
Auf die erneute Nachfrage des CSP-Abgeordneten in der Kontrollsitzung des Bildungsausschusses habe die zuständige Ministerin Lydia Klinkenberg (ProDG) zwar den Beginn der Ausstattung aller Sekundarschüler ab dem kommenden Schuljahr 2021-2022 bestätigt. Rückschlüsse aus den Umfrageergebnissen der „La Ligue des Familles“ könnten jedoch nicht gezogen werden, „weil sich diese Ergebnisse nicht auf die Deutschsprachige Gemeinschaft, sondern auf den französischsprachigen Landesteil beziehen“, so die Ministerin.
Die Auswertung einer von der DG durchgeführten Umfrage zum Hybridunterricht soll jedoch Aufschluss darüber geben. „Die Umfrage wurde bei 1.500 wallonischen und Brüsseler Eltern durchgeführt, was durchaus Rückschlüsse auf das ganze Land zulässt“, so Colin Kraft. „Tatsache ist, dass die Pandemie den Familien mit schulpflichtigen Kindern viel Geld gekostet hat. Hierbei geht es nicht allein um das Endgerät, sondern ebenfalls um Drucker, Druckerpatronen, Papier und vieles mehr.“
In den Augen des CSP-Abgeordneten könne nicht einfach vorausgesetzt werden, dass die Familien so viel Geld für den verpflichtenden Fernunterricht investieren können. „Die Familien sollten zumindest im Nachhinein eine Form der Entschädigung oder Ähnliches für die durch die Pandemie entstandenen Kosten erhalten. Bildung darf keine Sache des Geldbeutels sein“, wird Colin Kraft weiter in der Mitteilung zitiert. (red/sc)

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